Gerade jetzt: „Zusammen für Demokratie“ im Kirchenkreis Nordfriesland

Nach der Wahl zeigen Kirchengemeinden, Einrichtungen und Evangelischen Kindertagesstätten überall gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Deutschland Flagge für Demokratie und Menschenrechte.

Der Kirchenkreis Nordfriesland, seine Gemeinden und seine Dienste und Werke zeigen gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) Flagge für Demokratie und Menschenrechte. Überall in Nordfriesland, von Hallig Hooge bis zum Pastorat in Oldenswort, an Pastoraten, Gemeindehäusern Evangelischen Kindertagesstätten und Einrichtungen, sind seit dieser Woche Banner mit der Aufschrift „Zusammen für Demokratie“ und je vier weiteren Sprüchen, wie „Menschenrechte gelten für alle Menschen“ oder „Rassismus ist keine Meinung. Wir wollen Vielfalt leben“ zu sehen. Die Banner stammen von dem Aktionsbündnis „Zusammen für Demokratie“, zu dem sich über 70 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter die Evangelische Kirche Deutschland (EKD), Amnesty International, Terre des Femmes, das Netzwerk Kinderrechte und die Katholischen Akademien zusammengeschlossen haben. 

„Rassismus, Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit sind nicht mit unserem christlichen Menschenbild vereinbar. In diesen aufgeregten Zeiten ist es als Kirche auch unsere Aufgabe, daran zu erinnern, dass Gottes Liebe unteilbar ist. Gottes Liebe gilt allen Menschen und wer Gott vertraut, liebt auch seine beziehungsweise seinen Nächsten“, erklärt Propst Mathias Lenz. Mit dieser Haltung sei keine parteipolitische Richtung verbunden, betont Pröpstin Inken Wöhlbrand: „Als Kirche stehen wir für eine offene und vielfältige Gesellschaft, in der alle Menschen die gleiche Würde und die gleichen Rechte besitzen“. Die Banner an den Kirchen und Einrichtungen des Kirchenkreises seien daher keine Abgrenzung, sondern vielmehr ein Angebot, miteinander ins Gespräch zu kommen. „In den vergangenen Wochen und Monaten ist der Ton sehr rau geworden. Wir möchten dazu einladen, sich einander zuzuwenden und zuzuhören“, ergänzt Pröpstin Inken Wöhlbrand. 

„Zusammen für Demokratie“ ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Verbände und Einrichtungen, die sich gemeinsam für den Schutz unserer Demokratie einsetzen. Mehr über das Aktionsbündnis „Zusammen für Demokratie“ ist unter www.zusammen-fuer-demokratie.de“ zu finden. Die Positionen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und der Nordkirche stehen auf ihren jeweiligen Webseiten. 

Auf dem Foto sehen Sie die Banner aus den Gemeinden Hallig Hooge, Bredstedt, Breklum, Schwabstedt, Galmsbüll und dem Montessori Kinderhaus in Leck.

Dazu auch der Artikel in den Husumer Nachrichten >>hier<<.

Künstlerin Christina Brudereck zu Gast in der Jubiläumsausgabe des Podcasts „Seelenfutter“  

Anfang März feiert das Podcast-Projekt „Seelenfutter“ der Kirchengemeinde Husum fünfjähriges Jubiläum. Zu ihrer Jubiläumsfolge haben die beiden Podcast-Hosts, Pastor Friedemann Magaard und die Autorin Susanne Garsoffky, die evangelische Theologin und Künstlerin Christina Brudereck aus Essen eingeladen. Gemeinsam mit dem Pianisten Ben Seipel bildet sie das gefeierte Duo „2Flügel“ und schreibt selbst Romane, Essays und Gedichte. „Wir freuen uns sehr, dass sich Christina Bruderck Zeit genommen hat, mit uns über Gedichte nachzudenken und ein bisschen zu feiern“, erklärt Pastor Friedemann Magaard. 

Feier passend zum Karnevals-Wochenende

Die Folge erscheint zum Karnevals-Wochenende, was die gebürtige Düsseldorferin Susanne Garsoffky und die gebürtige Lüdenscheiderin Christina Brudereck gleich in besondere Schwingung versetzt. Unter dem Titel „Von herzlicher Narrheit, duftenden Lippen und einer legeren Hand“ erklingen Gedichte von Theodor Storm, Kurt Tucholsky und Else Lasker-Schüler. Die Jubiläumsfolge ist ab dem 01. März auf allen gängigen Podcast-Portalen zu hören.

Lyrik, die mitten ins Leben passt

Die Kirchengemeinde Husum serviert ihr „Seelenfutter“ seit März 2020. Pastor Friedemann Magaard und Susanne Garsoffky wollten während der Corona-Pandemie mit ihrem Projekt eine Antwort geben auf die Isolation und Traurigkeit. „Wir wollten Kraftnahrung für die Seele bieten“, erinnert sich Friedemann Magaard. Seitdem stelle die beiden Gastgeber Woche für Woche Gedichte vor, reden über die Herkunft der Texte und was sie heute sagen können und stellen jeweils ein Bibelwort dazu. Die Reaktionen der Zuhörerinnen und Zuhörer sind berührend: In Zuschriften schildern Menschen, wie das Seelenfutter tröstet oder einfach Freude macht. Wie Lyrik verständlich wird und mitten ins Leben passt. Auch deshalb denken die beiden noch lange nicht ans Aufhören. Friedemann Magaard: „Solange es uns und unseren Zuhörerinnen und Zuhörer berührt und eine solche Freude bereitet, machen wir auf jeden Fall weiter“. 

Workshop „Aktiv gegen „hate speech“ – schlagfertig argumentieren, gelassen bleiben“

Im Netz, auf Social-Media-Plattformen, auf der Straße und selbst bei privaten Treffen im Freundeskreis – der Ton wird rauer. Fast jede und jeder kennt Situationen, nach denen das ungute Gefühl zurückbleibt, bestimmte Aussagen hätten so nicht stehen bleiben dürfen. Doch was hätte man sagen können? Mögliche Antworten gibt der Workshop „hate speech – schlagfertig argumentieren, gelassen bleiben“, den Karsten Wolff, Referent für Ökumene im Kirchenkreis Nordfriesland, Leif Mennrich, Referent für christliches Profil im Kirchenkreis, und Friedemann Magaard, Pastor der Kirchengemeinde Husum für Mitarbeitende des Kirchenkreises Nordfriesland, seiner Gemeinden und seiner Dienste und Werke anbieten. „Wir wollen unseren Teilnehmenden Strategien und Material an die Hand geben, um sicherer im Umgang mit hate speech zu werden und ihr Wissen vielleicht sogar in der Familie oder an Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben“, erklärt Pastor Friedemann Magaard. 

Die Teilnahmelisten waren schon nach kurzer Zeit voll 

Vier Seminare sind bis April dieses Jahres geplant, zwei haben bereits stattgefunden. Die Teilnahmelisten waren kurz nach dem Angebot der Workshops voll. „Wir haben da einen Nerv getroffen, alle merken in ihrem Umfeld, wie sich Ton und Inhalte verändern“, so Friedemann Magaard weiter. An einem der ersten Workshops nahm auch Inken Wöhlbrand, Pröpstin des Kirchenkreises Nordfriesland, teil. „Ich komme mit sehr vielen Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen zusammen. Da ist es wichtig, mich so gut wie möglich auf einen solchen Ton und populistische Parolen vorzubereiten“, beschreibt sie ihre Motivation. Zusammen mit ihr saßen 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Jugendeinrichtungen, Diakonischen Werken, Schulen und Kindertagesstätten. Sie alle berichteten von eigenen Erfahrungen und wie wichtig es ist, selbst den richtigen Ton zu treffen. 

In zwei Stunden hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, an vier verschiedenen Fallbeispielen unterschiedlichste Antwort-Strategien auszuprobieren. Insgesamt 14 gaben ihnen die Seminarleiter an die Hand, sie trugen Überschriften wie „Auf einem Thema bestehen“, „Konkrete Beispiele einfordern“, „Perspektivwechsel anregen und Empathie einfordern“ oder „Positive Leitbegriffe und Visionen einbringen“. Immer wieder gab es Gelegenheit zur Reflektion und Diskussion. Am Ende erhielten alle zudem zwei Handouts mit den Strategien und Links zu mehr Informationen über Rechtspopulismus. 

Erst der Anfang

Am Ende des zweistündigen Workshops waren sich alle einig: Das war sehr lehrreich, aber erst der Anfang. Alle wollen ihr Wissen unbedingt in weiteren Workshops vertiefen. Einig waren sie sich jedoch auch, dass es gut war, mit so vielen Gleichgesinnten über schwierige Situationen und mögliche Antworten sprechen zu können. „Es ist gut zu sehen, dass wir so viele sind und dass wir alle für Toleranz, Vielfalt und einen offenen, demokratischen Umgang miteinander einstehen wollen“, fasst es eine Teilnehmerin zusammen. Ob und wann weitere Workshops geplant sind, wird der Kirchenkreis Nordfriesland rechtzeitig bekannt geben.  

Mit all diesen Veranstaltungen unterstützen der Kirchenkreis Nordfriesland, seine Gemeinden, seine Einrichtungen und seine Dienste und Werke die Haltung der Nordkirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Überall in Deutschland zeigen derzeit ihre Vertreterinnen und Vertreter Gesicht und Haltung für Demokratie und Vielfalt. Mehr Informationen, Statements und Hinweise auf Veranstaltungen in ganz Deutschland sind auf den Webseiten der Evangelischen Kirche Deutschland unter www.ekd.de und der Nordkirche unter www.nordkirche.de zu finden. 

„So wie du bist – von Gott gefeiert“ – Ein Jahr voller Vielfalt und Freude

Das Evangelische Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland (EKJB) präsentiert stolz sein neues Jahresprogramm für 2025 – und das Motto könnte treffender nicht sein: „So wie du bist – von Gott gefeiert“. Dieses Leitmotiv zieht sich durch die bunten und abwechslungsreichen Angebote des kommenden Jahres und lädt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein, Gemeinschaft zu erleben, sich selbst zu entdecken und einfach das Leben zu feiern.

Von Abenteuern bis Musik: Highlights für alle Altersgruppen

Ob abenteuerlustige Kids, neugierige Teenies oder engagierte Jugendliche – das EKJB hält für alle etwas bereit. Die beliebten Sommerfreizeiten führen die Teilnehmenden unter anderem nach Dänemark, an die Ostsee und sogar ins internationale Klimacamp nach Österreich. Hier stehen Aktivitäten wie Kanu fahren, Nachtwanderungen oder Alpenwanderungen auf dem Programm. Für die jüngeren Entdeckerinnen und Entdecker gibt es Musikwochenenden, Outdoor-Erlebnisse und spannende Schatzsuchen.

Jugendliche können sich auf Begegnungen mit internationalen Gästen aus Lettland oder auf Bildungsreisen, wie eine Entdeckungstour nach Berlin, freuen. Zudem bieten Seminare wie der Jugendgruppenleiterkurs und Erste-Hilfe-Kurse die Chance, Fähigkeiten zu entwickeln, die sowohl im Alltag als auch in der ehrenamtlichen Arbeit von unschätzbarem Wert sind.

Ein Motto, das verbindet

Das Vorwort der Pröpstin Inken Wöhlbrand lädt dazu ein, sich mit dem Jahresmotto zu identifizieren. Es geht nicht nur um fröhliche Feiern, sondern auch um das Gefühl, von Gott und der Gemeinschaft angenommen zu sein – in allen Lebenslagen. Diese Haltung spiegelt sich in den Veranstaltungen wider, die Raum für Begegnungen und persönliche Entwicklung schaffen.

Jetzt anmelden!

Das Programm finden Sie >>hier<<, Sie können sich bereits anmelden. Ob Abenteuerlust, Kreativität oder spirituelle Begegnungen – im Jahresprogramm 2025 findet jede/r einen passenden Platz. 

Für weitere Informationen und Unterstützung steht das Team des EKJB Nordfriesland unter info@ekjb-nf.de oder telefonisch zur Verfügung. Verpassen Sie nicht die Chance, Teil eines besonderen Jahres zu werden – denn Gott feiert uns, so wie wir sind!

Drohbrief gegen Propst: Nordkirche erstattet Anzeige

Ein anonymer Drohbrief gegen Propst Steffen Paar und seinen Ehemann hat für Schlagzeilen gesorgt. Die Nordkirche hat sich sofort sehr klar positioniert. Hier nun die offizielle Pressemitteilung unserer Landeskirche:

Der Propst der Propstei Nord des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Steffen Paar, hat einen anonymen Drohbrief aus dem rechtsextremen Spektrum erhalten. Die Nordkirche nimmt derartige Vorgänge sehr ernst und zeigt diese konsequent bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden an. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein Nora Steen positionieren sich gemeinsam klar gegen den Hetzbrief.

Zutiefst solidarisch mit allen, die sich mutig und friedlich gegen Hass und Hetze einsetzen

„Mit einem Drohbrief werden gegen einen Propst unserer Kirche und seinen Ehemann Hass und Hetze verbreitet.  Als Landesbischöfin sage ich klar und deutlich: Die Nordkirche steht fest an der Seite unseres Propstes Steffen Paar und seines Ehemannes. Ich danke Propst Steffen Paar von ganzem Herzen für seinen hoch engagierten Dienst, den er für unsere Kirche und die Menschen leistet und alle Begleitung und Beteiligung dabei durch seinen Ehemann. Beide haben unsere volle Solidarität und Unterstützung. Als Nordkirche sind wir auch weiterhin zutiefst solidarisch mit allen, die sich mutig und friedlich gegen Hass und Hetze einsetzen“, erklärt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

Lassen uns von Drohungen nicht entmutigen oder einschüchtern

„Von Drohungen lassen wir uns nicht entmutigen oder einschüchtern. Gemeinsam und eng verbunden treten wir weiterhin ein für die menschenliebende Botschaft des Evangeliums und für ein vielfältiges Zusammenleben in Nächstenliebe, gegenseitigem Respekt und Toleranz. Von den zuständigen Stellen des Landes Schleswig-Holstein erwarte ich, dass sie entschieden gegen jede Form persönlicher Bedrohung vorgehen und sich entschlossen gegen Gewalt und Extremismus stellen. Dankbar bin ich allen in Politik und Zivilgesellschaft, die sich beharrlich für ein friedliches und mitmenschliches Zusammenleben stark machen. Lassen Sie uns weiterhin zusammenstehen und für eine Gesellschaft eintreten, in der Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit, Respekt und Toleranz die Grundlage unseres Zusammenlebens bilden“, erklärt die Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche.

Nordkirche steht fest an der Seite des Propstes und all derer, die in Sorge und Angst leben

Die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein, Nora Steen, betont: „Die offene Drohung an den Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf und seinen Mann zeigt, wie umfassend Hass und wie greifbar gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft wirken. Mich macht es betroffen, wenn Kollegen und Kolleginnen sich nicht sicher fühlen können. Hier stellen wir uns als Nordkirche fest an die Seite unseres Propstes und all derer, die in Sorge und Angst leben. Kein Mensch darf aufgrund seines Lebenskonzeptes bedroht, angefeindet und ausgegrenzt werden. Als Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein möchte ich an dieser Stelle die enge und gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien und Verbänden im Bundesland Schleswig-Holstein betonen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Mit ihnen gemeinsam stehen wir geschlossen gegen jede Form von Extremismus und Menschenfeindlichkeit ein.“ Die offizielle Stellungnahme von Propst Steffen Paar finden Sie >>hier<<. 

Propst Mathias Lenz: „Nordfriesland ist bunt und Blaumachen ist keine Alternative!“

Propst Mathias Lenz sprach am 8. Februar auf der Demonstration für Demokratie und Vielfalt inLeck, hier seine Rede im Wortlaut:

„Liebe Leute, Nordfriesland ist bunt und bleibt bunt. Deutschland ist bunt und bleibt bunt. Und Blaumachen ist keine Alternative für Deutschland! Es ist gut und es ist wichtig, dass so viele von Euch heute hier sind. Und so viele an vielen anderen Orten bei uns in Schleswig-Holstein und in der gesamten Republik.

Es ist gut und wichtig, weil wir ein Zeichen setzen gegen diejenigen, die uns weismachen wollen, eine Mehrheit in diesem Land wolle eine Politik der Ausgrenzung, der Vorurteile und der Hassparolen. Eine solche Politik der Ausgrenzung steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes.

Nur zur Erinnerung:  Der erste Artikel des Grundgesetzes lautet:  „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Die Würde jedes Menschen!  Nicht nur der deutschen Menschen, sondern jedes Menschen, ob er aus Syrien kommt oder Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan oder aus Somalia. Und ich will auch daran erinnern, warum dies der erste Artikel unseres Grundgesetzes ist.  Weil wir in der national-sozialis-tischen Gewaltherrschaft erlebt haben,  was passiert, wenn völkisches Denken und Demokratieverachtung an die Macht kommen. Was passiert, wenn rechtsextre-mistisches Gedankengut die Politik bestimmt. Und die nationalsozialistische Ideologie war eine rechts-extremistische Ideologie – da kann eine Frau Weidel so viel Unsinn reden, wie sie will.

Wenn die Würde eines jedes Mensch in einer Gesellschaft, in einem Staat in Frage gestellt oder eingeschränkt wird,dann endet das in einer Katastrophe. Und noch etwas dürfen wir nicht vergessen: Die Not und Verzweiflung der Menschen, die als Geflüchtete in unser Land kommen und in unserem Land leben. Denjenigen, die jetzt die Grenzen dicht machen wollen, sage ich: Denkt doch an die Bilder der Trümmerland­schaften in den Städten Syriens! Denkt an die hungernden Kinder in den Bürger­kriegsgebieten im Sudan und den Dürregebieten Somalias! Denkt an die Unterdrückung von Frauen und Mädchen in Afghanistan!

Die meisten Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, waren in ihren Herkunftsländern an Leib und Leben bedroht und suchen Schutz für sich und ihre Familien. Es ist schäbig, daraus ein Bedrohungsszenario für die Sicherheit in Deutschland zu machen. Und ja, es gibt große Herausforderungen, die im Zusammenhang mit Geflüchte-ten in unserem Land stehen. Und es gibt schreckliche Ereignisse, die Einzelne, die zu uns gekommen sind, zu verantworten haben. Die Trauer und der Schmerz derer, die davon betroffen sind, gehen mir ans Herz und machen mich wütend. Aber daraus Vorurteile zu machen und alle Geflüchteten unter Generalverdacht zu stellen, ist verantwortungslos. Wir brauchen eine kluge Migrationspolitik und keine Migrationspolemik.

Und zum Schluss: Als Christ und als Propst des Kirchenkreises Nordfriesland sage ich: Rassismus, Intoleranz und Demokratie­feind­lichkeit sind mit unserem christlichen Glauben und mit unseren christlichen Werten nicht vereinbar. Dieser Haltung wollen hier in Nordfriesland gerade jetzt Stimme und Gesicht geben. Der Gott der biblischen Tradition, der uns auch mit Juden und Muslimen verbindet, hat ein besonderes Auge auf alle Menschen, die bedroht und auf der Flucht sind. An dieser Parteilichkeit Gottes kommen wir als Christinnen und Christen nicht vorbei.

Nordfriesland ist bunt und bleibt bunt.Deutschland ist bunt und bleibt bunt. Blaumachen ist keine Alternative! Und das ist gut so.

Vielen Dank.“

Kurz vor der Bundestagswahl: der Kirchenkreis Nordfriesland zeigt klare Haltung

Kurz vor der Bundestagswahl am 23. Februar machen die Kirchengemeinden, Einrichtungen und Dienste und Werke des Kirchenkreises Nordfriesland auf Demonstrationen, in Veranstaltungen und in Workshops deutlich: Wir stehen ein für Demokratie und Vielfalt. „Rassismus, Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit sind mit christlichen Werten nicht vereinbar. Uns ist es wichtig, dieser Haltung hier in Nordfriesland gerade jetzt Stimme und Gesicht zu verleihen“, erklärt Mathias Lenz, Propst des Kirchenkreises Nordfriesland. 

Deshalb wird Propst Mathias Lenz am Samstag, 8. Februar, auf der Demonstration „Nordfriesland ist bunt“ auf dem Marktplatz in Leck ab 14 Uhr einen Redebeitrag leisten. Eine Woche später, am Samstag, 15. Februar, werden seine Kollegin, Pröpstin Inken Wöhlbrand, der Ökumene-Referent Karsten Wolff und weitere Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenkreises Nordfriesland an der Veranstaltung „Fünf vor zwölf – Stunde der Demokratie“ in Husum teilnehmen. Karsten Wolff, Pastor Leif Mennrich, Referent für Christliches Profil, und Friedemann Magaard, Pastor der Kirchengemeinde St. Marien in Husum, bieten darüber hinaus am 17. und 18. Februar Workshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des Kirchenkreises unter dem Motto: „Aktiv gegen „hate speech“ – schlagfertig argumentieren, gelassen bleiben“ an.  

In eine ähnliche Richtung zielt die Ausbildungsreihe für „Demokratie-Coaches“, an der der Kirchenkreis Nordfriesland und das Evangelische Kinder- und Jugendbüro des Kirchenkreises zusammen mit dem Christian Jensen Kolleg, der Evangelischen Akademie der Nordkirche und anderen Kirchenkreisen Schleswig-Holsteins beteiligt sind. In mehreren Modulen werden ab Juni interessierte Haupt- und Ehrenamtliche in Schleswig-Holstein in ihren Kompetenzen gestärkt, um in ihren jeweiligen regionalen Zusammenhängen auf ganz verschiedenen Ebenen Demokratieförderung umzusetzen. „Demokratie ist nicht selbstverständlich, das wird in diesen Zeiten immer deutlicher. Sie braucht Menschen, die für sie eintreten und sie fördern, in ihrer Nachbarschaft, an ihrem Arbeitsplatz, in ihrem Ehrenamt. Menschen für diesen Einsatz zu stärken, entspricht unserem christlichen Menschenbild“, sagt Inken Wöhlbrand, als Pröpstin des Kirchenkreises Nordfriesland unter anderem verantwortlich für die Dienste und Werke des Kirchenkreises Nordfriesland. Nähere Informationen zur Ausbildungsreihe hält das Christian Jensen Kolleg bereit. 

Mit all diesen Veranstaltungen unterstützen der Kirchenkreis Nordfriesland, seine Gemeinden, seine Einrichtungen und seine Dienste und Werke die Haltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Nordkirche. Überall in Deutschland zeigen derzeit ihre Vertreterinnen und Vertreter Gesicht und Haltung für Demokratie und Vielfalt. Mehr Informationen, Statements und Hinweise auf Veranstaltungen in ganz Deutschland sind auf den Webseiten der Evangelischen Kirche Deutschland unter www.ekd.de und der Nordkirche unter www.nordkirche.de zu finden. 

Ein Jahr ForuM-Studie: Tagung der Nordkirche im Christian-Jensen-Kolleg 

Der Kirchenkreis Nordfriesland, die Evangelische Akademie der Nordkirche, das Christian Jensen Kolleg, die Stabsstelle Prävention der Nordkirche und die offene Kirche St. Nikolai Kiel laden am 14. und 15. Februar zur Tagung „Ein Jahr ForuM-Studie: Kulturwandel im Fokus. Praktisch und theologisch weiterdenken“ in das Christian Jensen Kolleg nach Breklum ein. Anlass ist der Jahrestag der Studie des von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beauftragten Forschungsverbund zu sexualisierter Gewalt in den evangelischen Landeskirchen und der Diakonie in Deutschland. Von Freitag bis Samstag diskutieren hochrangige Referentinnen und Referenten, darunter Prof. Dr. Reiner Anselm, Leiter des Lehrstuhls für systemische Theologe und Ethik an der Universität München, Amina Shah, Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sexualforschung am UKE Hamburg, sowie Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenenvertretung des Beteiligungsforums in der EKD, unter anderem die Fragen, welche Richtung ein Kulturwandel jetzt einschlagen muss und welche Bedingungen er zum Gelingen braucht. 

Die Ergebnisse der Studie machten deutlich, dass sexualisierte Gewalt in der Kirche alle angehe, erklärt Mathias Lenz, Propst des Kirchenkreises Nordfriesland. „Das Leid, das den Betroffenen in unseren Räumen zugefügt wurde, beschäftigt mich sehr, beschäftigt uns alle sehr. Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Räume Schutzräume sind und bleiben“, so Mathias Lenz weiter. 2018 hatte die Nordkirche deshalb alle kirchlichen Trägerschaften durch das Präventionsgesetz verpflichtet, Risikoanalysen für ihre Einrichtungen durchzuführen und verbindliche Schutzkonzepte zu erstellen. Der Kirchenkreis Nordfriesland treibt diesen Prozess mit dem Präventionsbeauftragten Oliver Nitsch seit 2020 voran und bietet auch seinen Trägern und Kirchengemeinden aktive Unterstützung bei der Umsetzung an.

Den Stand seiner Arbeit fasst Oliver Nitsch selbst so zusammen: „Wir haben viele Schritte in die richtige Richtung unternommen, stellen eine unabhängige Meldebeauftragte, haben das Instrument der Beratungsstäbe als geordnete Intervention auf Vorkommnisse installiert und eine von allen Gremien verabschiedete Präventionsleitlinie und ein Schutzkonzept erarbeitet“. Damit sei die Arbeit aber keinesfalls getan, vielmehr gehe es nun darum, Betroffene stärker zu beteiligen und die Aufarbeitung von Fällen voranzutreiben. „Eine große Herausforderung, vor der wir stehen, da jeder Fall sehr individuell ist“, so Oliver Nitsch weiter. Deshalb stehe er in engem und ständigem Austausch mit der Stabsstelle Prävention der Landeskirche und anderen Kirchenkreisen. „Wichtig ist zu verstehen, dass das Thema nicht abgeschlossen ist, sondern wir ständig lernen und uns als Organisation weiterentwickeln“, betont der ausgebildete Diplompädagoge und Sexualberater. 

Die Tagung der Nordkirche will versuchen, genau dort anzusetzen und im gemeinsamen Diskurs zu lernen und weiterzudenken. Alle Informationen zur Tagung finden Sie auf der Webseite der Evangelischen Akademie der Nordkirche unter www.akademie-nordkirche.de

Evangelische Frauenarbeit Nordfriesland startet mit spannendem Programm in das erste Halbjahr 2025

Die Evangelische Frauenarbeit Nordfriesland des Kirchenkreises Nordfriesland startet mit einem spannenden Programm in das erste Halbjahr 2025. „In diesem Jahr möchte ich den Schwerpunkt auf das Thema Verbunden-sein legen. Verbunden mit mir, der Natur, meinen Mitmenschen, der Gesellschaft, dem Älterwerden, meinem Körper, der Stille“, erklärt Claudia Hansen, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit Nordfriesland. Einsamkeit, Isolation und Gereiztheit seien Kennzeichen unserer Zeit. „Höchste Zeit, sich wieder einzulassen und mit sich und seiner Umgebung in Verbindung zu treten. Sich verbunden fühlen macht stark“, so Claudia Hansen weiter.

Im Programm warten deshalb zahlreiche Veranstaltungen zu Themen wie Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Gelassenheit. Am Samstag, 8. Februar zum Beispiel lädt die Evangelische Frauenarbeit gemeinsam mit der Kirchengemeinde Viöl ab 10 Uhr zu einem Achtsamkeitsspaziergang ein, Startpunkt ist das Lorenz-Jensen-Haus am Markt 1 in Viöl. „An einigen Stationen praktizieren wir Achtsamkeits-Übungen, es geht ums Innehalten, Runterfahren, Bewusst – Sein und Sich spüren. Wir nutzen die Winterzeit, weil es weniger Außenreize durch die Natur gibt und wir leichter bei uns bleiben können und uns aufs Innere konzentrieren“, beschreibt die Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit die Intention des Spaziergangs.

Eine weitere Veranstaltung ist der Workshop „Die blaue Perle der Gelassenheit“ mit der Kalligrafin Antje Glashagen-Stuck vom 12. bis 13. April im Christian-Jensen Kolleg. Ziel ist es, an diesen Tagen der Gelassenheit, der Weite und der Leichtigkeit mit geistlichen Anregungen und kalligrafischen Übungen nachzuspüren, während die Gruppe mit Buchstaben und Formen auf Basis der eigenen Handschrift zu experimentieren. 

Weitere Highlights des ersten Halbjahres sind der Online-Vortag über „Antifeminismus – was ist das und was bedeutet das für uns Frauen?“ von Mareike Stürenberg von der Amadeu Antonio Stiftung am 4. Februar von 19 – 21 Uhr, die Veranstaltung „Geschichten am Kamin“ am 10. März ab 19 Uhr im Kaminzimmer des Christian-Jensen-Kollegs, auf der Claudia Hansen und Pastorin Heike Braren Märchen und Bibelgeschichten erzählen, und der Workshop-Tag „(M)ein Bild vom Älterwerden“ am Samstag, dem 28. April von 10 – 17 Uhr im Christian-Jensen-Kolleg. Claudia Hansen und Pastorin Anke Fasse, Leiterin des Christian-Jensen-Kollegs, möchten mit Ihnen auf Erkundungsreise gehen, was ihre Vorstellung, ihr Bild, ihre Vision von einem guten Älterwerden ist.  

Das gesamte Programm finden Sie >>hier<<. . Zu den Veranstaltungen anmelden können Sie sich unter: sekretariat@erw-breklum.de oder 04671-6029920. Hier erhalten Sie auch weitere Inforamationen.  

Fotohinweis: 

Foto: Claudia Hansen, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit, Bildrechte: Kirchenkreis Nordfriesland. 

Saskia Louwers wird neue Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Südtondern.

Der Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes (DW) Südtondern überträgt gemeinsam mit dem Kirchenkreis Nordfriesland als alleiniger Gesellschafter ab 1. April 2025 Saskia Louwers die Aufgaben der Geschäftsführung im Diakonischen Werk Südtondern. Sie übernimmt damit die Geschäfte von Volker Schümann, der am 30. April in den Ruhestand gehen wird. Die gebürtige Hamburgerin war bisher als Verwaltungsdirektorin der Deutschen Rentenversicherung Nord verantwortlich für die Kinder- und Jugendreha-Kliniken auf Amrum und Sylt. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Saskia Louwers verfügt über große Erfahrung in der Leitung sozialer Einrichtungen und als Führungskraft. Eigenschaften, die die Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes Südtondern brauchen, um ihre wichtige Arbeit in Nordfriesland unter optimalen Bedingungen leisten zu können“, erklärt Pröpstin Inken Wöhlbrand, Vorsitzende des Aufsichtsrates des DW Südtondern. 

Saskia Louwers hat sich sehr bewusst für ihre neue Position entschieden: „Das Diakonische Werk Südtondern leistet eine wichtige Arbeit für viele Menschen in unserer Region. Menschen, die es in unserer Gesellschaft oft sehr schwer haben und leicht übersehen werden“. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Diakonischen Werkes die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit sie diese Menschen auf ihrem Weg begleiten und unterstützen können, sei eine sehr sinnvolle und erfüllende Aufgabe, in die sie gerne ihre ganze Kraft stecken möchte. „Ich wünsche mir, den Mitarbeitenden und den Partnern des DW Südtondern Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht geben zu können“, erklärt Saskia Louwers weiter. 

Gemeinsam mit Jens Grehm, dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Husum, wird Saskia Louwers nach ihrerEinarbeitungszeit außerdem die nächsten Schritte zur Zusammenlegung der beiden Diakonischen Werke planen und umsetzen. Im Diakonischen Werk Südtondern arbeiten zurzeit rund 130, im Diakonischen Werk Husum rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Werke unterhalten jeweils Einrichtungen in Husum, Bredstedt, Tönning, Niebüll und Leck sowie auf Amrum, Föhr, Sylt und vielen anderen Orten und bieten dort in Kooperation mit dem Kreis Nordfriesland und den Ämtern und Kommunen unter anderem sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe, Suchtberatung, Präventionsarbeit, Familien- und Lebensberatung, Migrationsberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Gewaltprävention an. Alleiniger Gesellschafter beider Werke ist der Kirchenkreis Nordfriesland.