Nordfriesische PfadfinderInnen auf dem Kirchentag

Die GemeindepfadfinderInnen aus Breklum und Schobüll haben während des Kirchentages zusammen mit weiteren Stämmen aus dem REGP die Kirche St. Sebald betreut, den wichtigsten Anlaufpunkt für Konzerte, MIttagsgebete und Podiumsdiskussionen in der Nürnberger Altstadt. „Ihr ward während des Kirchentags Botschafter und Gesicht für unsere Sebalduskirche.“ bedankte sich Pfarrer Dr. Martin Brons, 1.Pfarrer der St.Sebalds-Kirche. „Durch das Portal, durch das ihr mit dem Bundespräsidenten gegangen seid, ist früher sehr oft Albrecht Dürer in die Kirche gekommen. Es war seine Tauf- und Hochzeitskirche und hier war er auch in der Künstler-Lehre.“

Seitdem die Gebeine des Heiligen Sebaldus in einem Grabmal aufgebahrt wurden, ist die älteste Kirche Nürnbergs zum Pilgerort geworden. „Das führte vor über 1000 Jahren zu großen Wallfahrten, die fast wie ein erster Kirchentag gewesen sein müssen.“

Die GemeindepfadfinderInnen aus Joldelund waren vor allem im Kinderzentrum des Kirchentages eingesetzt zusammen mit anderen Stämmen aus dem REGP. Sie haben für den Auf- und Abbau gesorgt, Papphocker gefaltet, Kirchentagsbesuchende gezählt, KünstlerInnen hinter den Kulissen betreut, Familien und Kindern den Weg zu Workshops und Konzerten gezeigt. In den wenigen Pausen zwischen den mehrstündigen Schichten wurden die Helfenden mit Essen versorgt. So sind die Christopherus Pfadfinder immer bei bester Laune unterwegs gewesen.

Die Gemeindepfadfinder aus Braderup, Risum-Lindholm, Niebüll und Friedrichstadt waren insbesondere im Messepark und an der Bühne mit dem „Roten Sofa“ eingesetzt. Unter anderem haben sie zum Abendgebet auf der großen Wiese mitten in der Messe für Ordnung gesorgt. Kerzen an die Kirchentagsbesuchenden verteilt und Feuerlöscher aufgestellt für den „Abendausklang mit Kerzenmeer“. „Danach haben wir allen einen schönen Abend gewünscht und den Platz bis spät am Abend aufgeräumt.“ 

Info: Der Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder ist ein Zusammenschluss von 120 Kirchengemeinden der Nordkirche mit über 6.500 engagierten Kindern und Jugendlichen. Seit dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 unterstützt der REGP regelmäßig die Kirchentage. Auch in der Frankenmetropole Nürnberg werden die GemeindepfadfinderInnen in ihren grünen Hemden so zu Botschaftern der Nordkirche.

Fotos: Daniel Bläser, REGP

Jobticket für unsere Mitarbeitenden

In den vergangenen Wochen wollte die Steuerungsgruppe Klimaschutz und das Klimaschutzmanagement des Kirchenkreises gerne von allen Mitarbeiter*innen erfahren, welche Angebote benötigt werden, um die Emissionen der Mobilität zu reduzieren. (Link zur Umfrage: https://kirche-nf.de/mobilitaetsumfrage/).

Daran anschließend soll nun das Deutschlandticket den Mitarbeiter*innen testweise bezuschusst werden.

Grundsätzlich befürwortet die Steuerungsgruppe Klimaschutz, das Jobticket auch als Arbeitgeber anzubieten. Denn zum einen reduziert es die Emissionen der Arbeitswege unserer Mitarbeitenden, wenn sie vom Auto auf den ÖPNV umsteigen, und zum anderen steigert es unsere Attraktivität als Arbeitgeber.

Um dennoch zunächst das Interesse, die Akzeptanz und die Einsparmöglichkeiten zu identifizieren, soll das Deutschlandticket in Anlehnung an das Jobticket zunächst als Modellprojekt ausgewählten Mitarbeitenden mit 30 € je Monat für sechs Monate bezuschusst werden.

Den Aufruf zur Aktion können Sie im PDF einsehen.

Bewerbungsschluss ist der 15.08.2023
Link zur Teilnahme: https://kurzelinks.de/49fuerkknf

Friedenskirche Husum wird zur Diakoniekirche

Hinter dem Altar das in die Wand eingelassene, gläserne Kreuz, das das Licht durchlässt; am anderen Ende des Kirchenraums, hinter einer dezenten Trennwand, Lebensmittel in Körben und Kisten sowie jene Geräte, die zum Betrieb der Tafel notwendig sind: Die Verbundenheit von Kirche und Diakonie kann kaum besser demonstriert werden, als auf diese einfache, freundliche und „anwendungsorientierte“ Weise. Die Friedenskirche in Husum an der Schobüller Straße ist seit Anfang des Jahres in die Obhut des Diakonischen Werks Husum (DW) übergegangen und somit zur „Diakoniekirche“ geworden. Dies wurde mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Gemeindefest gebührend gefeiert.

DW-Geschäftsführer Volker Schümann bekräftigte die vorbildliche, segensreiche Zusammenarbeit: „Wir schätzen und ergänzen einander, wir sind gemeinsam Kirche.“ Wichtig ist auch der Wahlspruch „Kirche bleibt Kirche“ – mit allen üblichen Gottesdiensten und kirchlichen Angeboten, die Tradition haben. Schümann dankte Pastor Andreas Raabe für das gute Miteinander.

Die Geschichte dieser Kirche – ein ehemaliges Schulgebäude – ist durchaus besonders: Der nach dem Krieg als Flüchtlingspastor eingesetzte Geistliche Heinrich Welsch beobachtete, wie die Menschen in die Stadt zur Marienkirche pilgerten, um dort dem Gottesdienst beizuwohnen. Dies waren zumeist Flüchtlinge, die in dem nördlich liegenden Neubaugebiet ein neues Zuhause gefunden hatten. Der Weg in die Stadt war weit, und so wurde Mitte der 1950er Jahren zunächst ein Andachtsraum eingerichtet. Mit Mut und Hartnäckigkeit warb Pastor Welsch dafür, dass er einen „eigenen“ Glockenturm bekam, der rund zehn Jahre später tatsächlich erbaut wurde. Der Seelenhirte hatte viel zu tun: Rund 100 Trauungen und 150 Taufen nahm er jährlich vor. „Glaube und Frömmigkeit der Menschen haben diesen Raum geprägt“, sagten Kurt Puls und Thomas Baum, zwei Pastoren, die Heinrich Welsch im Amte folgten und sich bei dieser Veranstaltung an alte Zeiten erinnerten. Schon sehr bald wurzelte der diakonische Gedanke in der Kirche ein: Kurt Puls wurde „Diakoniebeauftragter“, die Anonymen Alkoholiker wählten das Gotteshaus für ihre Zusammenkünfte, und in einem Raum hatte das „Hilfswerk“ ein Lager, aus dem dringend benötigte Artikel abgegeben wurden. Auch das Fachkrankenhaus in Bredstedt wurde unter dem Dach der Friedenskirche von einem Komitee gegründet. Im Laufe der Zeit wurden bestimmte Angebote an sich verändernde Bedarfe angepasst. So wurde beispielsweise eine „Klönstuuv“ mit fachlicher Betreuung in einem Gebäude in der Nähe eingerichtet. 

Keine Abgrenzung, sondern Verbundenheit mit den Menschen und Aufmerksamkeit für jene, die in vielerlei Hinsicht „nicht auf Rosen gebettet“ sind – das wird in der Friedenskirche von jeher vorgelebt: „Das Leben ist immer im Fluss, stets in Veränderung und wir sind auf einem guten Weg“, sagte Andreas Raabe, seit 2005 Pastor der Friedenskirche und Nachfolger von Pastorin Martina Bubert. „Die Menschen haben Hunger nach Gemeinschaft und guten Worten“, formulierte es Propst Jürgen Jessen-Thiesen in seiner Predigt. „Heilsame Worte brauchen wir auch heute.“ Der Ursprung dieser Kirche sei „nicht wegschicken, sondern sich kümmern“, ähnlich einem der Wunder, das Jesus Christus vollbrachte, als er bei der „Speisung der 5000“ alle Menschen sättigen konnte. Auf heute übertragen bedeute dies: Mit Überblick und Organisation das Vorhandene teilen, wobei für alle genug da ist und wahrscheinlich sogar noch etwas übrigbleibt – so manifestiere sich ein ganzheitlicher Geist. „Friedenskirche und Diakonie sind kein pragmatischer Zweckverband, sondern zusammengehörend im Geiste Jesu.“

Die Veranstaltung wurde auf dem Kirchenvorplatz eingeleitet von Musik, die der Posaunenchor Husum mit Gästen aus Mildstedt und Hattstedt spielte. Sinnbildlich zum Motto „sich kümmern und teilen“ hatte Kirchengemeinderatsmitglied Inge Matthiesen ein Brot gebacken, das seinen Platz auf dem Altar einnahm. Einen symbolischen Schlüssel übergab Pastor Raabe an den neuen Hausherrn, Volker Schümann. Karsten Wolff vom Kirchenkreis Nordfriesland übergab das Siegel „Ökofaire Gemeinde“: Damit kann die Kirchengemeinde Husum zukünftig punkten, denn sie gestaltet ihre Beschaffungsprozesse fair und ökologisch nachhaltig. Lilo Lenhard hatte sich besonders um dieses Thema gekümmert und nahm das Siegel entgegen.

Text und Bilder: Sonja Wenzel, Bild Mitte: Friedemann Magaard

Glaube, Hoffnung, Liebe und die Taufe

„Weil du ein Segen bist“ – eigens für das Jahr der Taufe fertigte Falk Petersen von der Nordstrander Töpferei eine große Tauf-Schale mit dem Motto der bundesweiten Taufaktion. Zahlreiche Gemeinden beteiligen sich mit besonderen Gottesdiensten oder anderen Angeboten rund um die Taufe, es zieht sich sozusagen eine Taufspur durch den Kirchenkreis. Jürgen Jessen-Thiesen nahm die Schale, die dabei auch in einigen Gemeinden zum Einsatz kommen wird, auf Nordstrand entgegen. „Sie ist sehr stimmig geworden“, lobte der Propst die Arbeit des Töpfers. Ihm gefällt besonders die Schlichtheit und dass sie sich auf das Wesentliche konzentriert: Da ist ein Kreuz, ein Herz und ein Anker zu sehen, die Symbole für Glaube, Hoffnung und Liebe. „Darauf kommt es schließlich an“, so der Propst.

Bundesweit hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 2023 zum Jahr der Taufe ausgerufen. Rund um den Johannistag, das ist der 24. Juni, konzentrieren sich dabei die unterschiedlichsten Taufangebote: In Husum zum Beispiel gibt es an diesem Tag in der Versöhnungskirche einen Nachmittag für Patinnen und Paten. Im Stadumer Freibad feiert die Kirchengemeinde ab 14 Uhr einen bunten Taufgottesdienst. Die Langenhorner erinnern ab 16 Uhr auf dem Gelände der Kita-Nordsterne an die Bedeutung der Taufe. In Breklum finden in allen Dörfern des Kirchenspiels Gartentaufen statt.

Am Sonntag, 25. Juni, gibt es dann in sehr vielen Gemeinden Open-Air-Gottesdienste mit Taufen: Die Husumer zum Beispiel feiern am Dockkoog, die Eiderstedter am Strand von St. Peter-Ording und an der Großen Wehle in Uelvesbüll, Hattstedt-Olderup und Schwesing verbinden das Tauffest mit einem Gemeindefest. Die vier „Bülls“ im Norden feiern Taufe am Deich Südwesthörn. In der Regel sind noch kurzfristige Taufanmeldungen möglich. Eine ständig aktualisierte Übersicht findet sich auf www.tauffest-nf.de

Die Taufe hat in der Evangelischen Kirche einen besonders hohen Stellenwert: Sie ist ein Sakrament, eine theologisch besonders herausgehobene Handlung, bei der Gott selbst sinnlich wahrnehmbar wird im Wasser, das sich fließend über den Kopf des Täuflings ergießt. Die Taufe ist einmalig, nicht widerrufbar und nicht wiederholbar – also ein herausgehobener Moment im Leben eines Menschen. Durch sie wird er Mitglied der christlichen Gemeinschaft.

Bei Falk Petersen schwang all das mit, als er die Taufschale für den Kirchenkreis schuf. „Man ist besonders achtsam bei solchen Projekten“, sagt der 39-Jährige, der die Nordstrander Töpferei seit 2011 führt. Gerne töpfert er auch Geräte für den Alltag, erzählt er. Aber er freut sich auch, wenn er dazu beitragen kann, dass besondere Momente eine besondere Form finden.

Fünf Jahrzehnte Frauenarbeit in Nordfriesland

Ein Zeitdokument sollte es sein und ist es geworden: Auf Initiative von Claudia Hansen, Referentin für Frauenarbeit, ist ein Film entstanden, in dem die Referentinnen der vergangenen Jahrzehnte über ihre Arbeit in Nordfriesland, von Wechsel und Wandel, Schwierigkeiten und Hoffnungen erzählen.

Angefangen hat die hauptamtliche Frauenarbeit mit Magdalene Hoffmann. Sie war von 1991 bis 2001 Referentin im damaligen Kirchenkreis Husum-Bredstedt. Damals war alles noch jung und neu, und dass ihre Hauptamtlichkeit mit 50 Prozent zunächst erkämpft werden musste, mag auf dem historischen Hintergrund verständlich erscheinen. Tatsächlich aber stand Frauenarbeit immer wieder auf dem Prüfstand, musste sich immer neu erklären, rechtfertigen und auch neu erfinden. Das erlebten die Referentinnen fast durchweg als herausfordernd. Marianne Rieke übernahm die Stelle und füllte sie bis 2008. In Südtondern arbeitete Antje Iser-Asmussen von 2001 bis 2006. Dann kam 2009 die Fusion der Kirchenkreise Eiderstedt, Husum-Bredstedt und Südtondern. Jutta Jessen-Thiesen und Elisabeth Ostrowski gestalteten diese Umstrukturierung mit Engagement und Leidenschaft im Evangelischen Regionalzentrum Westküste (ERW). Britta Jordan war von 2011 bis 2018 im ERW, dann übernahm Claudia Hansen ihren Stellenanteil zusätzlich zu ihren 25 Prozent, die sie ab 2013 innehatte.

Die Frauen erzählen von ihren unterschiedlichen Schwerpunkten, von den Highlights ihrer Arbeit und von Menschen, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind. Weltgebetstag, das wird klar, ist nur ein – wenn auch sehr schöner – Teil der evangelischen Frauenarbeit. Spirituelle Angebote, feministische Theologie, aber auch gesellschaftliches Engagement waren durchgehend Thema.

Den Film gibt es bei Youtube unter diesem Link.

Bischofswahl: Zwei Nordfriesen stellen sich vor

Schleswig/Schwerin (dds) Am 24. Juni 2023 wählt die Landessynode der Nordkirche eine Bischöfin oder einen Bischof für den Sprengel Schleswig und Holstein wählen. Vorgeschlagen sind zwei Nordfriesen: Pastor Friedemann Magaard, Gemeindepastor in Husum, und Pastorin Nora Steen, theologische Leiterin und Geschäftsführerin des Christian Jensen Kollegs in Breklum (CJK). Der Vorstellungsgottesdienst von Pastor Friedemann Magaard beginnt am Sonnabend, 20. Mai, im Schleswiger Dom um 14 Uhr. Im Anschluss an den Gottesdienst wird es für die Anwesenden die Gelegenheit geben, mit dem Kandidierenden ins Gespräch zu kommen, das vom Präsidium der Landessynode moderiert wird. Pastorin Nora Steen wird sich am Pfingstmontag (29. Mai) ebenfalls ab 14 Uhr im Schleswiger Dom vorstellen.

Info: Laut Verfassung der Nordkirche ist Schleswig der Sitz einer Bischöfin bzw. eines Bischofs im Sprengel Schleswig und Holstein. Ihre bzw. seine Predigtstätte ist der Dom St.-Petri zu Schleswig. Alle Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche werden auf Vorschlag des Wahlvorbereitungsausschusses von der Landessynode auf zehn Jahre gewählt. Eine Wiederwahl ist zulässig.

Fotos: Dewanger/Nordkirche

Jugendhilfen im Sozialraum Mitte

„Zusammenführen, was zusammengehört“: Das ist dem Diakonischen Werk Husum und einigen seiner Kooperationspartner und -partnerinnen mit den neuen Räumlichkeiten gelungen, die im vergangenen Herbst in Breklum in der Kirchenstraße 7 nach und nach bezogen wurden. Jetzt sind das ambulante Team und die „Flexiblen Hilfen -FlexHi“ der Sozialraumorientierten Kinder- und Jugendhilfen im Sozialraum Mitte komplett unter einem Dach zu finden. Die neuen Räumlichkeiten – Büros und Angebotsräume – wurden unlängst mit einem kleinen Festakt eingeweiht. „Wir können jetzt Synergie-Effekte nutzen, weil auch die Förderung von Kindern mit Autismus, das Psychologische Beratungszentrum – PBZ -, die Lebenshilfe als Gast und Kooperationspartnerin sowie ein weiteres Arbeitsprojekt in dem Gebäude vereint sind“, sagte Regionalleiter Oliver Gantz.

„Wir möchten den kurzen Namen, den wir uns selbst gegeben haben, gern behalten – K 7“, führte Oliver Gantz aus. Denn immerhin bedeute die Zahl „sieben“ Vollendung und Vollkommenheit: Man sei als Team wieder vollkommen unter einem Dach. Er dankte allen, die sich für die Renovierung des Gebäudes ins Zeug gelegt hatten, ganz besonders den DW-Hausmeistern Rainer Hansen, Sven und Jörg Stäwen sowie Praktikant „Niki“. Der Gartengestaltungsbetrieb Klinge spendete einen großen Teil des umgebenden Friesenwalls – auch dafür dankte Gantz.

Der Breklumer Pastor Simon Frömming hob in seiner Andacht – musikalisch unterstützt vom Bredstedter Pastor Peter Schuchardt – auf die Kommunikation ab: „Hier werden Möglichkeiten und Räume geschaffen, einander etwas zu erzählen, wo man sensibel aufeinander hören und erörtern kann, was die Menschen beschäftigt, wo es Antworten auf Fragen gibt. Hier ist ein Ort, wo Kindern und ihren Familien geholfen werden kann. So wird jeden Tag ein Stück Auferstehung möglich.“ Stephanie Zimmermann vom Jugendamt des Kreises Nordfriesland freute sich über das ansprechend hergerichtete Anwesen, den Ort der Begegnung und Beratung – das Haus, das Heimat sein könne, weil dort „gelebter Sozialraum“ stattfinde. Ähnlich äußerte sich der Jugendamtsleiter Daniel Thomsen, der sich über die besseren Raumverhältnisse freute mit „in die Zukunft gedachter“ Kooperation. Er wünschte den Institutionen stets gutes Zusammenleben.

Breklums Bürgermeister Claus Lass war von einer „weiteren kirchlich geprägten Institution“ sehr angetan: „Es ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde.“ Bredstedt dagegen musste die Institution abgeben: Bürgermeister Christian Schmidt konnte aber die wirtschaftlichen Gründe nachvollziehen und wünschte sich weiterhin eine „gute Kooperation im Umkreis“. Susanne Hermerding, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Husum, lobte die seit Jahren bestehende enge Verbindung zum Diakonischen Werk Husum. „Sie hat uns zusammengeschweißt und ich bin dankbar, dass wir Räume in diesem Haus nutzen dürfen.“

Propst Jürgen Jessen-Thiesen brachte die göttliche Kraft ins Spiel: „Die Menschen glauben oft an das Unsichtbare, an die Kraft Gottes, die uns in unserem Tun unterstützt. Möge die virtuelle Unterstützung auch Ihnen in der Beratungsarbeit zugutekommen.“ Wenn sich viele einbringen, dann wird es gut – unter diesem Motto stand das abschließende Wort von DW-Geschäftsführer Volker Schümann: „Kooperation ist ein Teil unserer DNA, nur so können wir zum Wohle der Menschen handeln.“ Das Team ergänze sich ideal im pädagogischen Bereich. Er dankte dem Kreis Nordfriesland für die Unterstützung bei den Kaufverhandlungen der Immobilie und dem Architekturbüro Mordhorst für die kostenbewusste Instandsetzung. Nach dem offiziellen Teil hatten die Anwesenden Gelegenheit, die freundlichen Büros und die sowohl gemütlich als auch praktisch eingerichteten Aufenthaltsräume für Kinder und Jugendliche bei einem kleinen Imbiss zu besichtigen.

Text und Bild: Sonja Wenzel

Mobilitätsumfrage

Bis 2031 will der Kirchenkreis Nordfriesland klimaneutral werden. Dazu gehört auch die Frage, wie Mitarbeitende und PastorInnen sich dienstlich fortbewegen: Wie kommen sie zur Arbeit? Wie lang sind die Wege? Welche Verkehrsmittel werden genutzt? 243 Antworten gingen bei Klimaschutz-Manager Matthias Marx ein. „Das ist eine gute Quote“, sagt er, „damit kann man schon etwas anfangen.“ Unterhalb des Artikels finden sich die Ergebnisse.

Schwerpunkte dienstlicher Tätigkeiten sind Breklum, Husum und Niebüll. Die Teilnehmenden wohnen, das zeigt die Karte, über ganz Nordfriesland verstreut und nicht sichtbar konzentriert in den Ballungsräumen. Ein hoher Anteil der Zielfahrten ist „andere“, das deutet darauf, dass es sich um Einsatzwechseltätigkeiten handelt. Besonders bei den PastorInnen wird dafür überwiegend ein Privat-PKW genutzt. Die Strecken sind meist im Bereich von 0-100 Kilometern.

Die Teilnehmenden reagierten noch zögerlich auf die Frage, ob sie privat ein E-Auto anschaffen würden, wenn sie es kostenlos auf der Dienststelle betanken könnten. Zögerlich reagierten sie auch auf eine Mitfahrer-App – das wird daran liegen, dass die Wohnorte weit auseinanderliegen und die Dienstwege und -zeiten so divers sind.

Pilgern am Karfreitag

Schwesing/Viöl/Hattstedt-Olderup – Ein Kreuzweg der besonderen Art fand am Karfreitag in der östlichsten Region des Kirchenkreises statt: Die drei Kirchengemeinden luden zu einer Pilgerwanderung ein, beginnend an der Schwesinger Kirche und endend in Olderup. Gut 30 Menschen, darunter auch Gäste von außerhalb, fanden sich zusammen und gingen die 12,5 Kilometer gemeinsam, sich immer wieder besinnend auf den Leidensweg Christi. Es war bereits die zweite Aktion, die die Kirchengemeinden gemeinsam planten und durchführten: Im März hatte es ein großes Chortreffen mit abschließendem Gottesdienst in Viöl gegeben.

Fünf Stunden war die Gruppe unterwegs. Mitten unter ihnen Hund Charly, der, weil es für seine kurzen Beinchen einfach zu weit war, im Handkarren mitgezogen wurde. Das Wetter war perfekt, schnell lernten die Teilnehmenden sich kennen und kamen miteinander ins Gespräch. Der Weg führte über stille Feldwege, 14 Kreuzwegstationen in liturgischer Form unterbrachen die religiöse Wanderung, angeleitet von den Pastoren Christine Weide (Viöl), Paul Timmermann (Viöl) und Jürgen Kaphengst (Schwesing). Zum Team gehörten auch Jörn Jebsen und Sven Rehbein (Hattstedt-Olderup). Letzterer erwartete die Gruppe zum gemeinsamen Abschlussgottesdienst in der Olderuper Kirche. Dort hatte das Team ein großes Kreuz im Altarraum der Olderuper Kirche ausgelegt, umwickelt mit Zweigen der Stechpalme. Steine und Rosen brachten die Gottesdienstbesucher zum Kreuz: Steine als Symbol für Leid und Schweres, Rosen als Zeichen der österlichen Hoffnung.

EKJB ist öko-faire Einrichtung

Nordfriesland – Mit dem Evangelischen Kinder- und Jugendbüro (EKJB) hat nunmehr – nach den Husumer Horizonten und der Kirchenkreis-Verwaltung –  die dritte Einrichtung des Kirchenkreises ihre Auszeichnung als öko-fair entgegennehmen können. In einer klimagerechten Zoom-Sitzung überreichte Propst Jessen-Thiesen das Schild und lobte den Einsatz des EKJB für Klima, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Pädagogin Anna Ihme war Initiatorin des Prozesses. „Ich wollte einfach mal sehen, was wir schon haben und was wir noch brauchen“, erzählt sie und hatte den Kontakt zu Klimaschutz-Manager Matthias Marx gesucht. Und wie das oft so ist: Vieles war schon da! Schon lange achtet das EKJB beim Einkauf auf öko-faire Standards. Für Dienstfahrten stehen ein E-Auto und E-Bikes zur Verfügung, bei Sitzungen gibt es Faire-Trade-Kaffee und Kaltgetränke von der in Hamburg ansässigen Firma Fritz. Bei Freizeiten mit Selbstversorgung bevorzugen die Mitarbeitenden vegetarische oder vegane Angebote. Bei Druckerzeugnissen oder Werbematerialien werden regionale Firmen bevorzugt, außerdem überlegt das Team sehr sorgfältig, was nötig und sinnvoll ist. So gibt es zum Beispiel den Katalog nur noch als Online-Variante – ein mutiger Schritt. 56 Prozent der Anforderungen sind nunmehr erfüllt, bei 22 Prozent ist ein Anfang gemacht, aber da geht noch was, weitere 22 Prozent sind nicht erfüllt. So entschieden die Mitarbeitenden zum Beispiel, nicht auf den internationalen Jugendaustausch zum Beispiel mit Tansania zu verzichten, weil sie pädagogisch so wertvoll sind. Anderes ist nicht möglich, weil das EKJB zum Beispiel Mieterin der Räumlichkeiten in Husum und Niebüll ist und darum keinen Einfluss auf Heiz- und Dämmmaßnahmen hat.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen einer Sitzung des Steuerungsteams überreicht, mit dabei auch Karsten Wolf als Ökumene-Referent des Kirchenkreises und andere Haupt- und Ehrenamtliche des Kirchenkreises. „Ich bin stolz darauf, dass diese kirchliche Einrichtung den Kriterien folgt“, sagte Jürgen Jessen-Thiesen. Und Susanne Kunsmann, Leiterin des EKJB, sprach ihrer Kollegin Anna Ihme ihren ausdrücklichen Dank aus, dass sie das Thema vorangetrieben habe.