Ein Ansgarkreuz für Karin Charbon

Leck –  „Alles, was Charbon heißt, zu mir!“ – das ist das Motto, das Karin Charbon in den vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in der Kirchengemeinde Leck fröhlich geprägt hat. Das waren 26 Jahre im Kirchengemeinderat, zwölf Jahre in der Initiative Lichtblick, das war ihr Einsatz im Flötenkreis, im Martin-Luther-Bläserkreis, in der Kantorei und im Frauenkreis Achtrup und nicht zuletzt ihr Engagement bei der Verteilung des Gemeindebriefes „Schön bunt“. Für all das wurde ihr am 2. Advent von Pröpstin Annegret Wegner-Braun das Ansgarkreuz der Nordkirche verliehen.

„Sie sind eine, die ihr Gotteslob in der Musik äußert“, so die Pröpstin. Und das war auch während des Gottesdienstes zu hören und zu sehen: Der Martin-Luther-Bläserkreis unter Leitung von Dieter Charbon spielte weihnachtliche Musik modern aufbereitet und mittendrin die zu Ehrende, konzentriert bei der Sache und sichtlich bewegt von den guten Worten. Zahlreiche Freizeiten organisierte das Paar, was die Pröpstin scherzhaft als „Travel und Tuten“ bezeichnete. „Die Kirchengemeinde ist sehr dankbar, Sie in Ihrer Mitte zu wissen.“

Das bestätigte auch Peter Janke, Pastor der Kirchengemeinde, mit einem Blumenstrauß. „Die Bläser*innen des Martin-Luther-Bläserkreises schließen sich dem Dank der Nordkirche an Karin Charon an“, hieß es auf dem Beiblatt zum Gottesdienst.  Für Karin Charbon ist die Auszeichnung mit dem Ansgarkreuz eine große Ehre, und an Aufhören denkt sie noch lange nicht. „Solange ich kann, mache ich weiter, werde ich meine Freizeit in das Ehrenamt geben“, sagt Karin Charbon im Gemeindebrief. „Kirche war mir immer ein Anliegen. Und ich möchte jüngere Menschen motivieren, die dafür sorgen, dass Kirche weiter lebt – abwechslungsreich und modern.“

Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Breklum – Große Freude in der Kirchengemeinde Breklum: Am zweiten Advent kehrten Taufbecken, Kerze und Antependium nach neun Monaten Bauzeit in die Kirche zurück. Jetzt ist wirklich alles schick und heil, die Sorge um das Gotteshaus lastet nicht mehr auf den Schultern der Verantwortlichen. Dankbarkeit gab es auf allen Seiten: für gute, handwerkliche Arbeit, für die Bewahrung vor Unfall und Gefahr, für gute Zusammenarbeit und für Förder-, Stiftungs- und Spendengelder, die das große Projekt möglich gemacht hatten.

Angefangen hat es vor neun Jahren: Bei Sturm fielen Schindeln vom Dach und wurden zu lebensbedrohlichen Geschossen für die Friedhofsbesucher. Das konnte so nicht bleiben. In Zusammenarbeit mit Kirchenkreisarchitekt Thorsten Domnick wurde ein Konzept erstellt, was alles nötig wäre, um das Gotteshaus sicher in die Zukunft zu bringen. Es wurden Gelder vom Bund und vom Land generiert, der Kirchenkreis half und der Kirchbauverein wurde aktiv. Gleichzeitig wurden die Marcussen-Orgel und der Innenraum saniert, so dass jetzt wirklich alles schier ist. Thorsten Domnick dankte allen Handwerkern persönlich im Rahmen des Gottesdienstes, Bundestagsmitglied Astrid Damerau (CDU), die sich persönlich für die Förderungen eingesetzt hatte, war ebenfalls gekommen und sprach ein kurzes Grußwort. Bürgermeister Claus Lass betonte die Bedeutung der Kirche für die Identität der Gemeinde. Und Carsten Thoroe vom Kirchbauverein erklärte das neue Beleuchtungskonzept, das möglich wurde, weil so viele sich finanziell engagiert hatten. Die Predigt hielt Pröpstin Annegret Wegner-Braun, den Gottesdienst leitete Pastor Simon Frömming.

Einmal mehr zeigte sich die Kirchengemeinde Breklum in ihrer ganzen Fülle: mit hochwertiger Orgelmusik von Jürgen Henschen, ehrenamtlicher Beteiligung bei Lesungen und Gebeten, der Posaunenchor begrüßte die Gemeinde beim Eingang – und die Kirche erstrahlte dazu in neuem Glanz.

Keine Angst vor kalten Kirchen

„Ab heute bleibt die Kirche kalt, das fördert den Zusammenhalt!“ – was Pröpstin Annegret Wegner-Braun beim Jahresempfang des Kirchenkreises so fröhlich auf die Spitze trieb, ist in den Kirchengemeinden längst schon Thema, und vielerorts wurden bereits kreative Lösungen gefunden. Denn die Heizkosten für die teils sehr großen und hohen Gotteshäuser sind immens – nicht erst seit der Energiekrise.

So gibt es zum Beispiel bereits seit einigen Jahren in der Versöhnungskirche Husum die Winterkirche. Die Kirche selber ist aus den 1960er-Jahren: ein hoch aufragender, moderner Bau in Form eines Zeltes mit einer Heizung, die lange schon nicht mehr zeitgemäß ist. Es braucht im Winter mehrere Tage, um dort eine einigermaßen angenehme Raumtemperatur zu erreichen. Darum hat die Kirchengemeinde den Gemeindesaal schön hergerichtet. Dort gibt es nun einen kleinen Altarraum und sogar eine Orgel. Die Kirchengemeinde Eiderstedt-Mitte wählt jedes Jahr eine andere ihrer acht Kirchen als Winterkirche aus. So muss nur noch ein Gotteshaus geheizt werden. Geplant sind mobile Sitzheizungen, die dann mit der Winterkirche umziehen können.

Sitzbankheizungen gibt es bereits in Hattstedt und Osterhever. Das Prinzip ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig: Die Wärme entsteht erst, wenn sich eine Person setzt, und sie entsteht nur dort, wo sie sitzt. Man hats schön kuschelig im Rücken und am Allerwertesten, die Füße allerdings brauchen gutes Schuhwerk, um warm zu bleiben, und Atemfahnen während des Gottesdienstes sind zunächst irritierend. Schals und Mützen sind kein Tabu mehr, auch PastorInnen dürfen Stiefel und Rollkragenpullover tragen. In St. Marien-Husum wurden Decken angeschafft, in die sich Gottesdienstbesucher kuscheln können, und warmer Tee zur Predigt hilft Leib und Seele auf.

Die Temperatursenkung ist aus ökonomischen und ökologischen Gründen unausweichlich. Die Kirchenkreis-Synode beschloss, dass der Kirchenkreis bis 2031 klimaneutral sein will. Im Übrigen gibt es Kirchenheizungen überhaupt erst seit knapp 200 Jahren, und mit den Heizungen kamen die baulichen Probleme: Feuchtigkeit, Schimmel und ein rasch fortschreitender Verfall der Kunstwerke, der aufwändige Restaurierungen nötig machte. Kreative Ideen sind gefragt, und in der Tat: Der Zusammenhalt einer Gemeinde macht es möglich, schöne Gottesdienste auch in der kalten Jahreszeit zu feiern.

Jahresempfang zum Jahresthema

Breklum – Mit einem bunten Satire-Programm überraschte das Team um die Pröpste Annegret Wegner-Braun und Jürgen Jessen-Thiesen die Gäste des diesjährigen Jahresempfangs. Mit ihm stellten sie das neue Jahresmotto „Und siehe: Wir leben!“ vor.

Nora Steen, theologische Leitung des Christian Jensen Kollegs (CJK) führte als nordfriesische Oliver Welke durch die „Heute-Show-NF“ und nahm dabei kein Blatt vor den Mund: Die Fußballweltmeisterschaft in Katar bekam ihr Fett weg ebenso wie Christian Lindner und seine Traumhochzeit auf „unserer Herzensinsel“. Nicht einmal die gerade abgeschlossene Kirchenwahl mit der bescheidenen Wahlbeteiligung blieb von ihrer spitzen Zunge verschont. Annegret Wegner-Braun machte eine gute Figur als Reiseleiterin von „Annegrets Kaffeefahrt“, mit der sie das Programm „Gottesdienst als Leibesübung“ vorstellte: Energiesparen als Gemeinschaftserlebnis, Gottesdienst als Ganzkörper-Workout und Liturgie als Cyrcle-Training – man muss sich angesichts der hohen Gaspreise halt zu helfen wissen. Jürgen Jessen-Thiesen trat auf als trauriger Knecht Ruprecht: „Nirgendwo auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen – Alt und Jung sollen nun von des Lebens Wohlstand einmal ruh‘n“. Weitere Side-Kicks stellten Anna Ihme und Lars Mennrich da. Für die musikalische Rahmung sorgte Christian Hoffmann am Klavier. 160 Menschen aus Politik, Kirche und Gesellschaft nach der Begrüßung von Synodenpräses Dr. Jürgen Kolkfolgten dem Programm mit großer Heiterkeit.

Der Satz „Und siehe: Wir leben!“ ist dem 2. Brief des Paulus an die Korinther entnommen. Der Apostel listet die Bedrängnisse seiner Zeit auf und stärkt der jungen Christengemeinde das, was man heute „Resilienz“ – Stärke und Widerstandskraft – nennen würde. Und siehe: Wir leben! Damit wird nicht außen vor gelassen, was zurzeit drängt und schwierig ist. Aber es rückt, was wir erleben, in einen größeren Zusammenhang. Wir leben! Wir lieben. Wir hoffen. Wir kämpfen – als Glaubende in christlicher Gemeinschaft werden wir auch weiterhin die Zukunft gestalten.

Landesbischöfin dankt Wählern und Wahlhelfern

Schwerin. An der Kirchengemeinderatswahl in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) haben sich am 1. Advent nach einer ersten Hochrechnung rund 150.000 Menschen beteiligt. Dies waren 8,5 Prozent der insgesamt 1,65 Millionen wahlberechtigten Kirchenmitglieder in den 920 Kirchengemeinden in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Rund 32 Prozent der Wähler:innen hatten im Vorfeld ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Erstmalig durften junge Menschen ab 14 Jahren mitwählen.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt besuchte am Wahltag stellvertretend für die 920 Gemeinden in der Nordkirche vier Kirchengemeinden in den Sprengeln Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern. Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Sehr herzlich gratuliere ich allen, die heute bei den Kirchenwahlen der Nordkirche in die Kirchengemeinderäte gewählt worden sind. Sie werden in den kommenden Jahren entscheidend mitbestimmen, was in den Kirchengemeinden geschieht. Sie übernehmen Verantwortung, unter anderem für Gottesdienst, soziales Engagement, Kinder und Jugendarbeit, Personalentscheidungen und Finanzfragen. Dafür danke ich ihnen sehr herzlich und wünsche ihnen für die Arbeit im Kirchengemeinderat Gottes Segen, Kreativität und gute Gemeinschaft.

Ebenso danke ich allen, die als Wahlhelfer und Wahlhelferinnen heute in den Wahllokalen und in der Vorbereitung der Wahl dafür engagiert Sorge getragen haben, dass die Kirchenwahl heute stattfinden konnte. Alle, die sich an der Kirchenwahl beteiligt haben, haben mit ihrer Stimme gezeigt, dass ihnen die Arbeit ihrer Kirchengemeinde am Herzen liegt, und sie haben das Ehrenamt in unserer Kirche gestützt und gestärkt. Auch dafür herzlichen Dank!“

Die Kirchengemeinderäte sind die zentralen Leitungsgremien und werden für sechs Jahre gewählt. Gemeinsam mit den Pastor:innen vor Ort trägt der Kirchengemeinderat die Verantwortung für die Gemeinde und vertritt sie in der Öffentlichkeit. Die 920 Kirchengemeinden waren im Vorfeld aufgerufen, besonders junge Menschen ab 18 Jahren für die Wahl in den Kirchengemeinderat zu begeistern. In elf der 920 Kirchengemeinden konnte heute nicht gewählt werden, da sich dort nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden hatten.

111.500 Kirchengemeindemitglieder in den drei Sprengeln Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck und Mecklenburg und Pommern konnten ihre Stimme erstmalig abgeben. Darunter befinden sich auch die jüngsten Wahlberechtigten, die zwischen dem 1. Januar 2022 und heute (27. November) ihren 14. Geburtstag gefeiert und somit ihre Religionsmündigkeit erreicht hatten. An sie wurden im Vorfeld der Kirchenwahl 14.000 gesonderte Anschreiben mit der Einladung zur Stimmabgabe verschickt.

Mit Auszählung der Stimmen und der Feststellung des Wahlergebnisses werden die Namen der gewählten Kirchengemeinderät:innen in den Gemeinden veröffentlicht. Die genauen statistischen Daten zur Kirchenwahl 2022 liegen voraussichtlich Ende des Jahres vor. Eingeführt in ihr Amt werden die frisch gewählten Kirchengemeinderät:innen im Januar 2023 mit einem feierlichen Gelöbnis in einem Gottesdienst.

Am 1. Advent ist Kirchenwahl!

Am Sonntag, 27. November, werden in der Nordkirche die neuen Kirchengemeinderäte gewählt. Zur Wahl aufgerufen sind alle Getauften, die zu diesem Datum das 14. Lebensjahr vollendet haben. Sie haben bereits im Oktober eine Wahlbenachrichtigungskarte erhalten, auf der der Wahlraum der zuständigen Kirchengemeinde und die Öffnungszeiten zu finden sind. Sollte die Wahlbenachrichtigungskarte verloren gegangen sein, tut es auch der Personalausweis.

Die Mitglieder des Kirchengemeinderats tragen die Verantwortung für die Gemeinde. Sie beraten die Konzeption von Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit, kümmern sich um diakonische und musikalische Arbeitsbereiche sowie Bildungsangebote. Auch die Verwaltung der Finanzen und Liegenschaften sowie die Personalplanung ist Aufgabe des Kirchengemeinderats. Eine Amtsperiode dauert sechs Jahre.

Ort der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit

Husum – Es ist ein Modellprojekt und nordkirchenweit, vielleicht sogar bundesweit, einzigartig: In Husum tun sich das Diakonische Werk (DW) und die Kirchengemeinde zusammen. Die Friedenskirche und das Pastorat werden in Zukunft Sitz der Sucht- und der Migrationsberatung des DW sein. Dabei geben sie aber ihre geistliche Basis nicht auf. „Sie sind ins Gelingen verliebt“, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt anerkennend. Sie informierte sich vor Ort über das Vorhaben und packte auch gleich tatkräftig bei der Tafelausgabe mit an, die schon seit geraumer Zeit in der Friedenskirche stattfindet.

„Kirche und Diakonie gehören ja zusammen“, sagte Volker Schümann, Geschäftsführer des DW. „Wir sind zusammen Kirche.“ Pastor Andreas Raabe ergänzte: „Wir geben die Kirche nicht auf, wir geben sie in gute Hände.“ Er erzählte der Bischöfin auch von den Hintergründen: Nach dem derzeitigen Pfarrstellenplan werden in Husum in wenigen Jahren nur noch zwei statt bisher vier Pastorinnen und Pastoren Dienst tun. Gleichzeitig sei die Kirchengemeinde mit vier Kirchen, vier Gemeindehäusern und vier Pastoraten finanziell sehr belastet. Die Idee einer Diakonie-Kirche im westlichen Husum gab es schon länger, Corona spielte dem Projekt in die Hände: Als die Tafel in die Friedenskirche einzog, erwies sich das als segensreich: Hier ist genug Platz für Lagerung und Sortierung, im Gotteshaus ist ein kleiner Supermarkt entstanden, die Kunden können mit Einkaufswagen hinein und sich geben lassen, was sie brauchen. Hinter den Paletten voll Brot und Müsli leuchtet das Glaskreuz des Altarraums, vor der Kanzel steht der Frühstückstisch für die Mitarbeitenden, und die Orgel vervollständigt das Ensemble, das vom Glauben mitten im so oft prekären Alltag erzählt. Auch in Zukunft sollen hier Gottesdienste stattfinden, und das Amtszimmer des Pastors bleibt im Gebäude. Das kommt dem Seelsorger sehr entgegen, der In einer ähnlichen Gegend wie es rund um die Friedenskirche ist, seine Aufgabe immer schon auch im sozialen Bereich gesehen hat. „Ich wäre keiner für Sylt“, sagt er lächelnd, „das hier ist schon der richtige Platz für mich.“ Er freut sich auf die neuen Möglichkeiten: Tafelandachten und Tafelfrühstück zum Beispiel, eine Feuerstelle im Garten und vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die im Haus Hilfe und Unterstützung finden. „Das eigentliche Projekt fängt ja jetzt erst an“, sagt er.

Die Landesbischöfin hörte aufmerksam zu und ließ sich von Propst Jürgen Jessen-Thiesen die Strukturen, aber auch die Probleme erklären, die es im Vorfeld gegeben hatte. Denn normalerweise geht der Verkauf einer Kirche mit deren Entwidmung daher, in diesem Fall bleibt aber die Friedenskirche geweihtes Gotteshaus. Da habe man viele Gespräche führen müssen, bis das möglich wurde, so der Propst. Vor Ort sei das gute und über Jahre eingeübte Miteinander von Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Diakonie Voraussetzung für diesen ungewöhnlichen Schritt gewesen. „Das können wir von Ihnen lernen:“, sagte Kristina Kühnbaum-Schmidt, die sich anschließen noch Zeit für das Gespräch mit den vielen Ehrenamtlichen der Tafel nahm. „Aus gewachsenen Vertrauensbeziehungen können verlässliche Strukturen wachsen.“ Das bestärkte auch Professor Dr. Stefan Krüger als Aufsichtsratsvorsitzender des DW und stellvertretender Vorsitzender des Kirchenkreisrats.

Das Treffen in Husum steht im Zusammenhang einer Besuchsreise der Landesbischöfin zu Projekten sozialer Arbeit in der Nordkirche. Im Fokus stehen dabei Orte, in denen durch eine besonders enge Zusammenarbeit von Diakonie und örtlicher Kirchengemeinde neue Projekte entstanden sind. „Kirchliche Orte entstehen und entwickeln sich dort, wo Nächstenliebe und Barmherzigkeit gemeinsam über räumliche Grenzen hinweg praktiziert werden“, sagte sie.

Info: Die Friedenskirche war früher einmal eine Schule. Nach dem Krieg wurde sie als Reaktion auf die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen, die im westlichen Husum eine neue Heimat fanden, umgebaut, 1961 wurde sie auf Drängen des damaligen Pastors zur Kirche geweiht.  Aus den zwei Klassenräumen entstand der Kirchraum, angebaut entstand ein kleiner Altarraum mit einem Kreuz aus Glassteinen. Im ersten Stock befinden sich Gemeinschaftsräume, auf halber Treppe eine Küche. Das Pastorat mit dem Amtszimmer des Pastors ist direkt an die Kirche angeschlossen.

Synode beschließt Klimaschutzkonzept

Es ist ein richtig dickes Brett, das der Kirchenkreis Nordfriesland da bohrt: Bis 2031 will er klimaneutral werden. Den Beschluss dazu fasste die Synode bereits im Herbst 2021, jetzt stellte die Steuerungsgruppe die dafür notwendigen Maßnahmen vor. Ein Jahr lange hatte das Team um Pröpstin Annegret Wegner-Braun daran gearbeitet und legte ein Konzept mit sehr konkreten Vorschlägen und einem differenzierten Finanzierungsmodell vor.

Die kirchlichen Gebäude verursachen 80 Prozent des CO2-Ausstoßes. Das sind nicht nur die Kirchen, es sind auch Pastorate, Gemeindehäuser und Verwaltungsgebäude. Die Synode beschloss, dass Heizungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, in Zukunft nicht mehr saniert, sondern schnellstmöglich auf regenerative Energien umgestellt werden sollen. Photovoltaik soll eine größere Rolle spielen, denkbar ist inzwischen sogar die Ausstattung von Kirchendächern mit Solarpaneelen. Die in der Regel sehr hohen Kirchräume sollen mit Sitzbankheizungen ausgestattet werden, damit die Wärme dicht am Besucher bleibt, wo sie ja gebraucht wird, und sich nicht wie bisher in dem hohen Raum zerstreut. Weitere Themen waren die Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie. Gremien finden vermehrt digital statt, das Homeoffice wird wo möglich ausgeweitet. Gemeinden werden für ihren CO2-Ausstoß zur Kasse gebeten, um einen Anreiz für die Modernisierungen zu schaffen. Ihre Zahlungen fließen in einen neu gegründeten CO2-Fonds, den der Kirchenkreis zusätzlich mit 100.000 Euro pro Jahr aus dem Gemeinschaftsanteil füttert. Darüber hinaus werden die Überlegungen intensiviert, Kirchenland für  Windkraft zur Verfügung zu stellen. Der Kirchenkreis lässt die Gemeinden mit diesen Aufgaben nicht allein, sondern nimmt Geld in die Hand: 4,5 Millionen sind für die Maßnahmen veranschlagt. Dazu entnimmt er sukzessive Mittel aus der Betriebsmittelrücklage, hinzu kommen Gelder aus dem Klima- und aus dem CO2-Fonds. Die Synodalen gaben dem Klimaschutzkonzept ihre Zustimmung mit großer Mehrheit.

Weitere Tagesordnungspunkte waren der Jahresabschluss 2021, Überschüsse aus den vergangenen Jahren sollen teilweise an die Gemeinden ausgeschüttet werden. Die Synodalen bestätigten Pastor Peter Schuchardt aus Bredstedt als stellvertretenden Propst des Nordbezirks. Dem Diakonischen Werk Husum bewilligten sie ein Darlehen, mit dem es den Kauf der Friedenskirche finanziert. „Das ist ein beispielhaftes Projekt für die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Diakonie“, erklärte Propst Jürgen Jessen-Thiesen. „Die Friedenskirche, in der jetzt schon die Tafelausgabe stattfindet, bleibt Kirche, in der auch Gottesdienste stattfinden, der Pastor bleibt mit seinem Büro vor Ort, aber in Gemeindehaus und Pastorat ziehen die Beratungs- und Hilfsangebote der Diakonie ein.“ In besonderer Weise beteiligten sich die Jugenddelegierten an der Debatte: Mit Vorschlägen und Ideen machten sie deutlich, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist.

Ganz zuletzt stand noch ein Antrag der Kirchengemeinde Emmelsbüll auf der Tagesordnung: Sie möchte die riesige Dachfläche der Rimberti-Kirche mit Photovoltaik ausstatten, um so die Energiekosten der Gemeinde zu senken. Bisher ist das aus Denkmalschutzgründen nicht erlaubt. Aber steter Tropfen höhlt den Stein: Die Synode unterstützte den Antrag mit großer Mehrheit.

Herbstsynode 2022

Montags ist Suppentag

Husum – „Montags ist Suppentag“ mit diesem Aufruf laden der Förderverein Begegnungsstätte Husum e.V., die Bahnhofsmission und der Lionsclub Uthlande bis Ende März nächsten Jahres immer wieder montags ins Gemeindehaus Norderstraße 2 ein. Es gibt heiße Suppe. Die wärmt den Magen und die Seele. Und kommen darf jeder, dem eine heiße Suppe hilft.

„Wir haben gemerkt, dass der Bedarf nach einem warmen Getränk und einem warmen Essen gewachsen ist“, erzählt Frigga Kamper vom Förderverein. Beim „Klönschnack“, der ebenfalls montags stattfindet, sind immer wieder auch Menschen, die offensichtlich kein Zuhause haben. Ihnen Gutes zu tun, war ihr und den Partnern ein Herzensanliegen. So kann das Vorhaben realisiert werden: Ab Montag, 14. November, gibt es in Husum im Gemeindehaus St. Marien wöchentlich von 11.30 Uhr bis 13 Uhr etwas Warmes.

Möglich wird das nur, weil sich mehrere zusammengetan haben: Die Bahnhofsmission kocht eh für ihre Kunden. Sie verlegt die Ausgabe montags in die Norderstraße. Der Lionsclub Uthlande, ein Damenclub, engagiert sich seit eh und je für Menschen, die es schwer haben. Er hilft bei den Ausgaben, aber auch mit dem Erlös aus dem Adventskalenderverkauf, die Kosten teilen sich Förderverein und Lionsclub je zur Hälfte. Auch die Helferinnen des Klönschnacks sind dabei und packen gern mit an. „Ich hab schon bis Januar den Dienstplan voll“, sagt Frigga Kamper fröhlich.

Als Kostenbeitrag wird 1,50 Euro erbeten. Das ist auch der Betrag, den die Bahnhofsmission bei ihren Kunden nimmt, und die Gutscheine für die Bahnhofsmission gelten auch in der Norderstraße. Wer das Projekt unterstützen will, kann dort auch Gutscheine erwerben. Die kommen dann denen zugute, die gar nichts haben. „Es soll unkompliziert sein“, sagt Erk Paulsen von der Bahnhofsmission. Auch wer nichts hat, wird nicht abgewiesen. Es gibt am Eingang keine Kontrollen oder Überprüfung der Bedürftigkeit. Es darf jeder kommen, der grad mal was Warmes in den Bauch braucht.

Es geht übrigens los mit Tomatensuppe. Da dürfen Fleischklöße nicht fehlen, sagt Frauke Tramm, Hauswirtschaftsleiterin der Bahnhofsmission. Aber auf gar keinen Fall will sie die Fertigen aus dem Supermarkt anbieten, die müssen schon hausgemacht sein. Und so überlegt sie fieberhaft, wie sie das bis 11.30 Uhr hinkriegt und wie viele Klöße drehende Hände sie dafür braucht. Nachtisch gibt es – wie immer bei der Bahnhofsmission – auch: Milchreis mit Kirschen. Das kostet nicht viel und ist schnell gemacht. Die Küster der Kirchengemeinde werden die Suppe abholen, auch das ist geregelt. Denn gerne öffnet die Kirchengemeinde für die Aktion ihre Räume: „Vielen Dank für Ihr Engagement“, sagt Pastor Andreas Raabe, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. „Wir freuen uns darüber sehr und unterstützen Sie, wo wir können.“

Es geht voran!

An den Eiderstedter Kirchen wird fleißig gebaut. Zurzeit sind die verschiedenen Gewerke aktiv in Garding, Tönning, Kotzenbüll, Oldenswort und Osterhever. Letztere soll zu Weihnachten schon fertig sein. Und immer noch sammeln wir fleißig Spenden, damit das große Werk gelingen kann. Hier geht es zu der Seite der Eiderstedter Schutzengel, wo es möglich ist, dass auch Sie zum Schutzengel werden. „Engel mit Helm“ nennen wir all die Maurer, Tischler, Dachdecker, Restaurateure und Architekten, die mit so viel Sachverstand und Sorgfalt an unseren Gotteshäusern arbeiten. Ab sofort informieren wir monatlich über den Baufortschritt mit einem Newsletter. Den können Sie hier abonieren.