Politische Andacht in Ladelund Dr. Katja Happe, Propst Mathias Lenz, SPD-Politikerin Serpil Midyatli
Politische Andacht in Ladelund Dr. Katja Happe, Propst Mathias Lenz, SPD-Politikerin Serpil Midyatli

Politische Andacht in Ladelund: Erinnerung und Demokratie gehören zusammen

Erst in die Gedenkstätte, dann in die Kirche

Am 19. Februar bekam die politische Andacht in Ladelund eine besondere Bedeutung: Der Tag erinnert auch an den rassistischen Anschlag von Hanau im Jahr 2020. Gerade deshalb wurde an diesem Abend deutlich, wie wichtig Erinnerung, eine klare Haltung gegen Menschenfeindlichkeit und der Einsatz für Demokratie sind.

Bevor die politische Andacht begann, wurde sich in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund getroffen, gemeinsam mit Dr. Katja Happe, Propst Mathias Lenz, der SPD-Politikerin Serpil Midyatli und weiteren Beteiligten. Dort gab es eine sehr informative Führung durch die moderne Gedenkstätte.

Das war ein starker Auftakt, weil an diesem Ort sehr deutlich wird, worum es eigentlich geht. Ladelund erinnert nicht nur an die Vergangenheit. Die Gedenkstätte zeigt auch, wie schlimm es wird, wenn politische Entwicklungen kippen, wenn Menschen ausgegrenzt werden und wenn Demokratie verloren geht. Genau deshalb ist dieser Ort so wichtig, auch heute.

Klare Worte in der St. Petri-Kirche

Im Anschluss ging es in die St. Petri-Kirche zur politischen Andacht. Den Gottesdienst hielt Pastor Hans-Joachim Stuck. Während des Gottesdienstes hielt Serpil Midyatli eine Ansprache über die aktuelle gesellschaftliche Lage und darüber, wie wichtig Demokratie, Haltung und Verantwortung im Alltag sind.

Dabei wurde sehr greifbar, was Ladelund besonders macht: Es ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Ort der Begegnung. Midyatli machte sinngemäß deutlich, dass genau das einen Unterschied macht, weil hier Menschen zusammenkommen, miteinander sprechen und sich gemeinsam erinnern. Sie betonte außerdem, wie wichtig das Engagement der Kirchengemeinde ist, die diese Arbeit mitträgt und ermöglicht.

Sie schlug auch klar den Bogen in die Gegenwart. Erinnerung, so wurde in ihrer Rede deutlich, dürfe nicht nur rückwärts schauen. Sie müsse uns heute dazu bewegen, Haltung zu zeigen gegen Rassismus, Hetze und Ausgrenzung und Demokratie aktiv zu schützen.

Fragerunde mit der Kirchengemeinde als besonderer Moment

Ein echtes Highlight war die offene Fragerunde im Gottesdienst. Die Gemeinde konnte Serpil Midyatli direkt Fragen stellen, und das hat die Andacht sehr lebendig gemacht. Besonders schön war, dass auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden dabei waren und den Abend mitverfolgt haben.

Im Austausch wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass junge Menschen solche Orte kennenlernen. Midyatli machte sinngemäß klar, dass man in Ladelund ganz konkret sehen kann, was damals passiert ist und wohin Propaganda und Menschenfeindlichkeit führen können. Gleichzeitig betonte sie, dass Demokratie nicht heißt, immer einer Meinung zu sein. Entscheidend sei, dass wir als Gesellschaft zusammenhalten, einander respektieren und alle bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Hintergrund zur KZ-Gedenkstätte Ladelund

Die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund erinnert an das frühere Außenlager. In nur wenigen Wochen im Jahr 1944 wurden dort über 2.000 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen, 300 von ihnen starben in dieser kurzen Zeit.

Heute ist Ladelund ein wichtiger Ort des Gedenkens und der Bildungsarbeit. Gerade die Verbindung aus historischer Erinnerung und Begegnung macht die Gedenkstätte zu einem Ort, der auch für aktuelle Fragen wichtig bleibt: Wie gehen wir miteinander um, und wie schützen wir unsere Demokratie?