Im Rahmen seiner Brasilienpartnerschaft begrüßte der Kirchenkreis Nordfriesland Ende März Gäste aus dem Süden Brasiliens. Pastor Synodal Alan Schulz, seine Ehefrau Luciane Schneider Schulz und Pastor Sigfrid Baade waren der Einladung des Brasilienkreises, des Ökumenebeauftragten Karsten Wolff und der Pröpstin Inken Wöhlbrand gefolgt. „Die ersten Bande zu der Sinodo Vale de Itajai, dem Pendent zu den Kirchenkreisen der Nordkirche, sind schon vor über 20 Jahren geknüpft worden, mittlerweile ist die Partnerschaft eine feste Institution in der ökumenischen Arbeit unseres Kirchenkreises“, berichtet Karsten Wolff, Referent für Ökumene, der gemeinsam mit dem Brasilienkreis das Besuchsprogramm ausgearbeitet hat.
Nordfriesland zeigte sich von seiner schönsten Seite
Eine knappe Woche verbrachte die kleine Reisegruppe im nördlichsten Zipfel Deutschlands, nahm an Gottesdiensten teil, genoss lange Spaziergänge am Deich, lauschte einer Stadtführung über „Jüdisches Leben in Friedrichstadt“ und bestaunte das große bauliche Projekt der Sanierung der Eiderstedter Kirchen. Dabei zeigte sich Nordfriesland von seiner schönsten Seite und bescherte den Gästen fast durchgängig herrliches Frühlingswetter. Im Mittelpunkt des Besuches stand aber die Frage nach weiteren Perspektiven der Partnerschaft. „Das Ziel eines interkulturellen Austausches ist es immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen“, erklärt Pröpstin Inken Wöhlbrand.
Partnerschaftsvereinbarung seit 2017
So gibt es seit 2017 zwischen dem brasilianischen und dem nordfriesischen Kirchenkreis eine feste Partnerschaftsvereinbarung. Hierin werden unter anderem die Vorbereitung und Durchführung wechselseitiger Besuche und ein jährlicher Partnerschaftsgottesdienst auf zwei Kontinenten zu einem Thema geregelt. In ganz Brasilien leben etwa 800.000 lutherische Christen. Sie stammen von Auswanderern aus ganz Deutschland ab, die im 19. Jahrhundert dorthin migrierten. Viele Namen und Traditionen erinnern bis heute an diese Geschichte. Die deutsche Sprache hat sich, obwohl sie während des Zweiten Weltkrieges verboten war, ziemlich gut erhalten. Besonders Ältere sprechen noch recht gut Deutsch.
Foto: Der Brasilienkreis und seine Besucher. Hintere Reihe von links nach rechts: Karl-Ludwig Albrecht, Frauke Hahn, Alan Schulz, Inken Wöhlbrand, Hannes Hahn, Karsten Wolff, Vordere Reihe von links nach rechts: Luciane Schneider Schulz, Sigfrid Baade, Karin Albrecht.