Staffelübergabe beim Konvent der Dienste und Werke in Breklum

Einen großen Blumenstrauß und ein herzliches Dankeschön gab es von Pröpstin Annegret Wegner-Braun für die scheidende Vorsitzende des Konventes der Dienste und Werke des Kirchenkreises Nordfriesland, Susanne Baum. 15 Jahre lang hatte die Leiterin des psychologischen Beratungszentrum im Diakonischen Werk Husum dem Konvent vorgestanden, nun hat sie ihr Amt niedergelegt.

Zur Nachfolgerin wählte der Konvent ihre vorherige Stellvertreterin Anne Lena Ihme, pädagogische Mitarbeiterin im Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland in Niebüll. Zu ihrer Stellvertreterin wurde Inke Voß-Carstensen, Leiterin des Bereiches Sozialraum orientierte Kinder- und Jugendhilfe im Diakonischen Werk Husum, in Abwesenheit gewählt. Die nächste Sitzung des Konvents findet im Juni statt. 

Mit Leib und Seele für die Kirche – Ansgarkreuz für Johannes Hahn in Bredstedt

Am kommenden Pfingstsonntag, den 19.05. um 10 Uhr verleiht Pröpstin Annegret Wegner-Braun in der St. Nikolai Kirche in Bredstedt das Ansgarkreuz an Johannes Hahn, den langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeinderates in Bredstedt. Mit dieser bedeutenden Auszeichnung der Nordkirche ehrt die Pröpstin sein besonderes ehrenamtliches Engagement in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis Nordfriesland. „Menschen wie Johannes Hahn machen unsere Kirche zu einer lebendigen Gemeinschaft. Wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass er sich in so hohem Maß engagiert und Verantwortung übernommen hat.“, erklärt Pröpstin Annegret Wegner-Braun. 

Der 74jähnrige Johannes Hahn lebt mit seiner Frau Frauke in Bredstedt, gemeinsam haben sie zwei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. „Das kirchliche Engagement liegt bei uns in der Familie, auch mein Vater und Großvater waren im Vorstand ihrer jeweiligen Gemeinden und ich bin christlich erzogen worden“, erzählt Johannes Hahn. Mitglied des Kirchengemeinderates in Bredstedt wurde er 1991, später übernahm er das Amt als stellvertretender Vorsitzender, das er bis heute innehat. Als Mitglied der Synode des Kirchenkreises Nordfriesland war er im Bau- und Umweltausschuss aktiv.

Besonders am Herzen liegt ihm – neben der Vorbereitung des sonntäglichen Gottesdienstes – der Brasilienkreis des Kirchenkreises Nordfriesland. 2007 waren zum ersten Mal ein Pastor und ein Kirchengemeindemitglied aus der brasilianischen Partnergemeinde zu Gast bei dem Ehepaar Hahn in Bredstedt, 2009 und 2013 folgten ihre Gegenbesuche in Südamerika. „Wir haben viel gelernt und gesehen auf diesen Reisen, das wir immer in Erinnerung behalten werden“, berichtet Johannes Hahn. Zur Ruhe setzen möchte sich der rüstige Rentner frühestens in viereinhalb Jahren, wenn die Legislatur des Kirchengemeinderates endet.

Foren für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Hamburg und Berlin

Der Verbund Nord-Ost lädt zu einem Forum für Betroffene von sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie am 3. Juni 2024 in Hamburg oder am 10. Juni 2024 in Berlin ein. Bundesweit werden jährlich Foren für Betroffene von sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie ausgerichtet. Sie dienen dem Austausch über notwendige Schritte und Maßnahmen im Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie. 

Die Teilnahme an einem Forum ist nicht an den Wohnort oder den Ort der Tat gebunden. Im Forum erhalten Sie in einem strukturierten Rahmen die Möglichkeit zur gegenseitigen Vernetzung und zum Austausch untereinander wie zur Diskussion mit Verantwortlichen aus der evangelischen Kirche und Diakonie. Die Foren werden durch eine externe Moderation und Supervision begleitet. 

Bei Interesse können Sie sich bis zum 24.05.2024 bei einem der Foren anmelden, weitere Informationen finden Sie >>hier<<.

Eine Tür für alle in Welt

Die Kirchengemeinde Eiderstedt Mitte hat als erste Gemeinde auf Eiderstedt eine barrierefreie Rampe für alle Besucherinnen und Besucher der St. Michael Kirche in Welt geschaffen. Im Rahmen der Renovierungsarbeiten hat der Kirchengemeinderat beschlossen, die Rampe sowie eine rollstuhlgerechte Eingangstür zu bauen. „In der Kirche in Welt finden viele Veranstaltungen statt, deshalb war es uns sehr wichtig, dass wir für alle Menschen gut erreichbar sind“, erklärt Ute Böttcher, stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates. 

Neben Mitteln aus der Kirche wurde das Projekt auch von der Aktion Mensch bezuschusst. „Wir haben immer wieder erlebt, dass Menschen unsere Gottesdienste, Konzerte oder Veranstaltungen nicht besuchen können, weil sie den Raum nicht betreten können. Umso mehr freut es uns, dass unsere Türen nun wirklich allen offen stehen“, so Ute Böttcher weiter. 

Vom Mitte Juli bis Mitte August findet in der St. Michael Kirche nach einer langen Corona-Pause endlich auch wieder die bekannte Sommerkirche statt. Eröffnet wird die Sommerkirche am 15. Juli um 20 Uhr von der Bischöfin Nora Steen mit einem feierlichen Gottesdienst.

Der Juni gehört den Frauen: Frauensommerkirche in Husum

Der Juni 2024 gehört in diesem Jahr den Frauen. Zumindest in der Frauensommerkirche, die die evangelische Frauenarbeit Nordfriesland in Kooperation mit der Kirchengemeinde Husum veranstaltet. Ob ein Gottesdienst unter freiem Himmel, Workshops zur Spiritualität oder ein Picknick im Garten – den ganzen Monat hindurch bieten die Pastorinnen Heike Braren und Katja Kretschmar, Lilo Lenhard, Renate Conrad, Claudia Hansen, Leiterin der Frauenarbeit des Kirchenkreises Nordfriesland und Dorle Hansen (auf dem Foto nicht zu sehen) Aktivitäten von und für Frauen an. 

„Einen ganzen Monat lang wollen wir gemeinsam mit anderen Frauen nachdenken, diskutieren, Netzwerken und feiern. Wir freuen uns schon alle sehr darauf, erklärt Claudia Hansen, Leiterin der Frauenarbeit des Kirchenkreises Nordfriesland. Hauptveranstaltungsort sind die Kirche, das Gemeindehaus und der Gemeindegarten der Versöhnungskirche in Husum. Eingeladen sind aber natürlich alle interessierten Frauen aus dem gesamten Kirchenkreis. Die Teilnahme ist kostenlos, die Veranstalterinnen bitten lediglich, sich unter sekretariat@erw-breklum.de anzumelden. Das gesamte Programm finden Sie >>hier<<.

Machen Sie mit: Rest-Cent-Aktion des Kirchenkreises Nordfriesland

Der Kirchenkreis Nordfriesland lädt alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, die Cent-Beträge ihres Gehaltes unkompliziert und ohne bürokratischen Aufwand der Klima-Kollekte, einem CO2-Kompensations-Fond christlicher Kirchen, zu spenden. Seit Jahren investiert die Klima-Kollekte diese Ausgleichszahlungen in Projekte in Ländern des Globalen Südens. Dabei arbeitet sie nach dem besonders anspruchsvollen „Gold Standard for the Global Goals“ (GS4GG), der sicherstellt, dass die unterstützten Projekte aussagekräftigen Standards entsprechen und abgesicherte Effekte erzielen. „Unsere Spenden fließen seit ungefähr vier Jahren in die Klima-Kollekte, weil wir überzeugt davon sind, dass alle Beiträge transparent und sinnvoll verwendet werden“, erklärt auch Oke Dethlefsen, Klimamanager des Kirchenkreises Nordfriesland. 

Anfang Mai dieses Jahres konnte der Kirchenkreis Nordfriesland dank der Spenden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder 687,80 Euro an die Klima-Kollekte überweisen, insgesamt sind seit 2020 fast 1000 Euro durch ihre Cent-Beträge zusammengekommen. „Wir alle können also mit ganz wenig Aufwand einiges bewirken. Ich als Klimamanager würde mich deshalb freuen, wenn noch mehr mitmachen. Denn Klima geht uns alle an“, appelliert Oke Dethlefsen. Sich zu beteiligen, ist ganz einfach: rufen Sie die entsprechende Einverständniserklärung >>hier<< ab und schicken sie diese ausgefüllt an die Verwaltung des Kirchenkreises zurück. Weitere Informationen zur Klima-Kollekte finden Sie >>hier<<.

Begrüßungsgottesdienst für Malte Thiel am 9. Mai in Viöl 

Malte Thiel nimmt in diesen Tagen als jüngster Pastor des Kirchenkreises Nordfriesland seinen Dienst auf. Offiziell wird der 29jährige seiner Kirchengemeinde Viöl am 9. Mai um 11 Uhr von der stellvertretenden Pröpstin Inke Thomsen-Krüger in einem feierlichen Gottesdienst in der St. Christophorus-Kirche vorgestellt. Um die Anliegen seiner Gemeinde an der Arlau, zu der sieben Kommunen mit insgesamt 16 Dörfern gehören, wird er sich gemeinsam mit der Pastorin Dr. Christine Weide kümmern. „Ich freue mich riesig darauf, meine neuen Aufgaben und alle Gemeindemitglieder kennenzulernen“, erklärt der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der punktgenau zum Dienstantritt mit seiner Frau aus Elmshorn in den nördlichen Kirchenkreis gezogen ist. Das Paar wird in wenigen Monaten auch Eltern. 

Feuer gefangen für eine mögliche Aufgabe in der Kirche hat Malte Thiel auf einer Konfirmandenfreizeit. „Eigentlich hatte ich gar keine Lust darauf, mir irgendetwas über Kirche oder Religion erzählen zu lassen, aber am Ende wollte ich gar nicht mehr weg“, erinnert er sich. Und so blieb Malte Thiel weiter aktiv in seiner Kirchengemeinde und begleitete später als sogenannter „Teamer“ selbst kirchliche Jugendfreizeiten. Nach dem Abitur fiel ihm die Wahl des Studienfaches dann nicht schwer. „Ich habe mich gleich für das Studium der Theologie in Kiel entschieden und es nicht einen Tag bereut“, so der junge Pastor weiter. 

Der 29ährige wurde am vergangenen Wochenende von der Bischöfin des Sprengels Schleswig und Holstein, Nora Steen, zusammen mit 15 weiteren Theologinnen und Theologen im St. Petri Dom zu Schleswig in einem festlichen Gottesdienst ordiniert. Mehr dazu finden Sie >>hier<<.

Letzte Dienstfahrt für Propst Jessen-Thiesen

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Marienkirche in Husum und einem anschließenden Empfang in der Hermann Tast Schule in Husum verabschiedete sich der Kirchenkreis Nordfriesland von seinem Propst Jürgen Jessen-Thiesen. Bevor er sein Amtskreuz in die Hände der Sprengelbischöfin Nora Steen legte, predigte Propst Jürgen Jessen-Thiesen ein letztes Mal als Amtsträger zu dem Text aus dem 2. Korintherbrief Absatz 4, Verse 6 und 7: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben. Wir haben diesen Schatz aber in irdenen Gefäßen“. Dabei wurde er in seiner Ansprache sehr persönlich: „Ich bin in letzter Zeit einige Male gefragt worden, wie es sich anfühlt, aus dem Dienst zu scheiden und wie die Zeit so war. Gut war es. Weil ich mit Menschen zu tun hatte und weil ich den hellen Schein in ihrem Herzen gesehen habe. Für manche Ohren mag das anmaßend klingen, wenn ich das so sage. Aber ich muss es sagen, weil es stimmt und weil es schön ist, den hellen Schein in dem anderen wahrzunehmen – unverzichtbar für meinen Dienst“. 

Gut war seine Dienstzeit aber offenbar nicht nur für ihn, sondern auch für alle, die mit ihm zusammenarbeiten durften. So bedankte sich der Landrat des Kreises Nordfriesland, Florian Lorenzen, in seinem Grußwort am Ende des Gottesdienstes ausdrücklich für die Unterstützung des Kirchenkreises und damit des Propstes Jessen-Thiesen bei so wichtigen Themen wie der Eingliederungshilfe junger Erwachsener, der Jugendhilfe, der Armutsbekämpfung und der Integration von Geflüchteten und betonte: „Ich habe immer bewundert, wie sehr für Dich immer der Mensch im Mittelpunkt Deiner Arbeit stand“. 

Und die Lobeshymnen gingen beim anschließenden Empfang, zu dem Jürgen Jessen-Thiesen gemeinsam mit seiner Frau Jutta und Bischöfin Nora Steen in einer Fahrradrikscha fuhr, weiter. Viele Weggefährtinnen und -gefährten bedankten sich in der Aula der Hermann Tast Schule für eine inspirierende, angenehme und immer konstruktive Zusammenarbeit. Einhelliger Tenor: Mit Jürgen Jessen-Thiesen gehe eine Ära im Kirchenkreis Nordfriesland zu Ende. Seine Nachfolge wird nun in einem Wahlvorbereitungsausschuss vorbereitet. 

„Gemeinsam sind wir stärker als allein“ 

15 Jahre lang prägte Propst Jürgen Jessen-Thiesen den Kirchenkreis Nordfriesland

Offen, innovativ, geduldig, wohlwollend, wertschätzend, freundlich, aufrichtig, klug, strukturiert, konstruktiv – langjährige Weggefährtinnen und -gefährten geraten regelrecht ins Schwärmen auf die Frage, welche Eigenschaften sie an Propst Jürgen Jessen-Thiesen besonders schätzen. „Eine seiner Stärken ist das große Interesse an einem offenen Meinungsaustausch. Stichhaltige Argumente lässt er dann auch in seine Entscheidungen einfließen. Das führt zu guten Ergebnissen und zu einem wertschätzenden Umgang“, beschreibt Heike Büge, seit fünf Jahren seine Assistentin und enge Mitarbeiterin. Trotz seines vollen Terminkalenders habe er immer ein offenes Ohr für Sorgen und Themen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vermittle ihnen das Gefühl, alle Zeit der Welt für sie zu haben. 

Nach 15 Jahren Dienstzeit verabschiedet sich der Kirchenkreis Nordfriesland am 28. April in tiefer Dankbarkeit von Propst Jürgen Jessen-Thiesen. In einem feierlichen Gottesdienst in der St. Marien-Kirche in Husum entpflichtet ihn zunächst Bischöfin Nora Steen, anschließend findet ein großer Empfang in der Hermann-Tast-Schule statt. Die Anzahl der Gäste ist groß. Denn Propst Jürgen Jessen-Thiesen war die treibende Kraft hinter zahlreichen Projekten, die den Kirchenkreis im hohen Norden geprägt haben. Unter anderem etablierte er das Evangelische Regionalzentrum Westküste, unter dessen Dach sich die Kinder- und Jugendarbeit, die Frauenarbeit, die ökumenische und diakonische Bildungsarbeit, die Arbeitsstelle „Integration von Geflüchteten“, die Urlauberseelsorge, die Öffentlichkeitsarbeit, das Fördermittelmanagement und das Fundraising versammeln. Er gründete das Friedhofswerk, das viele Gemeinden entlastet hat und in enger Kooperation mit den Kommunen die Friedhöfe auf zukunftsfähige Beine stellt. Und er engagierte sich in besonderem Maße für die Sanierung der denkmalgeschützten Kirchen auf Eiderstedt. 

„Unsere Kirchen sind regionale Kulturschätze. In ihnen finden nicht nur Gottesdienste und Konzerte statt, sondern sie bieten auch unserem sozialen und kulturellen Leben Raum. Hier geht es um das Menschliche und um das Göttliche, um die Hoffnung und das Vertrauen, um Trauer und Glück. Ohne unsere Kirchen würden nicht nur die Dörfer, sondern auch unser Leben die Mitte verlieren“, erklärt Propst Jürgen Jessen-Thiesen sein Interesse. Professor Dr. Stefan Krüger, Präses der Synode des Kirchenkreises, würdigt seinen Einsatz für den Erhalt der Kirchenlandschaft Eiderstedt ausdrücklich: „Sein Engagement ging weit über das hinaus, was das Amt erfordert hätte. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass diese Schätze auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.“

Wichtig war Propst Jürgen Jessen-Thiesen zudem die Unterstützung der Diakonischen Werke in Husum und Südtondern, der Pflegediakonie Nordfriesland, der Diakonie auf Eiderstedt und in Riddorf und der Husumer Horizonte. „Diakonie ist Kirche. Sie ist ein Wesensmerkmal und eine Lebensäußerung, ohne die Diakonie wäre die Kirche ein Torso“, erklärt Propst Jürgen Jessen-Thiesen. Wie eng Diakonie und Kirche im Selbstverständnis des Kirchenkreises Nordfriesland mittlerweile zusammengehören, zeigt unter anderem das Projekt „Friedenskirche“ in Husum. Die Friedenskirche ist die erste Kirche in Nordfriesland in der Hand eines Diakonischen Werkes, in ihren Räumen ist Platz für praktische Diakonische Arbeit und Gottesdienste.

„Dieses diakonische Kirchenbild hat uns verbunden und ist mitverantwortlich für die sensationelle Entwicklung der Diakonie in Nordfriesland“, antwortet Volker Schümann, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Husum, deshalb sofort auf die Frage nach Propst Jürgen Jessen-Thiesen. Und so wie die Diakonie in die Kirche hinwirke, so wirke die Kirche auch in die Diakonie, fährt er fort. Es sei ihnen beiden ein Anliegen gewesen, Diakonische Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eher wenig Berührungspunkte mit der Kirche hätten, in der Kirche ein Zuhause anzubieten. „Wir hatten eine großartige, vertrauensvolle und strukturierte Zusammenarbeit, aus der viel Gutes hervorgegangen ist – und für die ich dankbar bin“, fasst es Volker Schümann zusammen. 

Wie weit das Engagement des Propstes ausgestrahlt hat, zeigen auch die sehr persönlichen Abschiedsworte der amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden und Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, die ihn schon lange auf seinem Weg begleitet: „15 Jahre hat Jürgen Jessen-Thiesen sein Propstamt klug und kompetent ausgefüllt und ist zweifelsohne ein Glück für unsere Nordkirche.“ Seine freundliche, aufrichtige und empathische Art mache jede Zusammenarbeit leicht und konstruktiv, seine Strukturiertheit in der Sache fördere zielgerichtetes und lösungsorientiertes Arbeiten, so die Bischöfin. „Zupackend und weitsichtig hat er schon in den Kirchenkreisen Dithmarschen und Rendsburg sowie in der ehemaligen Nordelbischen Kirche Reformen vorangebracht, die in schwierigen Zeiten stabilisiert haben. Im Kirchenkreis Nordfriesland hat er sich überdies für eine diakonische Kirche sehr engagiert. Dabei hat er sein Leitungsamt immer zur Förderung und Stärkung seiner Mitarbeitenden genutzt. Ich möchte mich für viele Jahre wunderbarer Weggemeinschaft bedanken und wünsche ihm von Herzen alles Gute und viel Segen für sein neues Lebenskapitel.“

Fragt man Propst Jürgen Jessen-Thiesen selbst nach der Bilanz seiner Arbeit, formuliert er es so: „Ich durfte mit Menschen zusammenarbeiten, die sich mit aller Kraft für andere Menschen und damit für unsere Gesellschaft einsetzen, das habe ich immer als sehr erfüllend und Sinn stiftend empfunden.“ Der Grundsatz seiner Amtszeit, seines Führungsstils und damit seiner gesamten Arbeit lautete: „gemeinsam sind wir stärker als allein“. Es sei für ihn selbstverständlich gewesen, seine Projekte in enger Absprache und mit Unterstützung vieler Kolleginnen und Kollegen umzusetzen. 

Die zukünftigen Herausforderungen für den Kirchenkreis Nordfriesland liegen für Propst Jürgen Jessen-Thiesen auf der Hand: „Weiter an der Seite der Menschen stehen, Mut und Segen zusprechen und zum Zusammenhalt in der Gesellschaft beitragen. Sich gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und unsere Demokratie vor dem Rechtspopulismus schützen sind die großen Themen, auf die wir in den kommenden Jahrzehnten auch in unserer Arbeit in Nordfriesland kluge Antworten finden müssen.“ Das Auswahlverfahren für seine Nachfolge ist bereits angelaufen, ab Mai wird die stellvertretende Pröpstin Inke Thomsen-Krüger aus Oldenswort seine Vakanz-Vertretung übernehmen. 

Begegnung der Kulturen in Niebüll

Jugendaustausch mit Tansania im evangelischen Kinder- und Jugendbüro vom 28.03.bis 14.04.2024

„Was brauche ich, um glücklich zu sein?“ Dieser Frage spürten in der Osterzeit acht Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Süden Tansanias gemeinsam mit Jugendlichen aus Nordfriesland nach. Knapp drei Wochen waren sie Gäste des internationalen Jugendaustausches des evangelischen Kinder- und Jugendbüros im Kirchenkreises Nordfriesland. Damit blieb ihnen nicht nur Zeit, sich mögliche Antworten auf diese Frage zu überlegen, sondern auch Land und Leute im hohen Norden kennenzulernen. 

Auf die Besucherinnen und Besucher aus einer tansanischen Partnergemeinde wartete ein umfangreiches Programm. Sie erlebten Osterbräuche in nordfriesischen Gastfamilien, wanderten durch Landschaften und kleinen Orte der Westküste und besichtigten Hamburg. „Bei allen diesen Begegnungen war und ist uns immer wichtig, dass wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen, ohne zu bewerten“, erklärt Susanne Kunsmann, Leiterin des evangelischen Kinder- und Jugendbüros.

Und das Staunen ist groß, wenn die afrikanischen Gäste in warme Jacken gehüllt das erste Mal Ostereier am Deich suchen oder zusammen mit ihren neuen nordfriesischen Freunden am Osterfeuer stehen. „Genau dieses Staunen mit- und übereinander macht den Weg frei für Fragen und ist damit ein großer Schritt in Richtung Kennenlernen“, weiß Susanne Kunsmann. Sie hatte den Austausch nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Tansania 2009 ins Leben gerufen. Seitdem treffen sich dank ihrer Organisation Jugendgruppen aus Ostafrika und Nordfriesland regelmäßig. Innerhalb von drei Jahren finden Besuch und Gegenbesuch statt, im dritten Jahr werden die nächsten Gruppen organisiert.  

Mittlerweile hat sich der internationale Austausch zu einer festen Institution an der Westküste etabliert. Bewerben können sich Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren beim evangelischen Kinder- und Jugendbüro in Niebüll, das Interesse ist seit Jahren groß. „Es ist immer wieder faszinierend, wie sehr die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von diesem Kennenlernen profitieren. Es öffnet sie für neue Kulturen und führt ihnen vor Augen, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, in unserer Welt zu leben“, so Susanne Kunsmann weiter. Unterstützt wird der Austausch von den Teilnehmenden selbst und durch Spenden und Fördergelder. Der nächste Austausch startet voraussichtlich 2026. 

Foto: Leon Hansen und Wilson Mwakandawile lernen sich auf dem Austausch mehr und mehr kennen. Foto von Susanne Kunsmann