Propst Mathias Lenz informiert über Transformationsprozesses im Kirchenkreis Nordfriesland.

Von Mathias Lenz

Propst Mathias Lenz hat an diesem Wochenende die Synode des Kirchenkreises Nordfriesland über den Stand des Transformationsprozesses in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis informiert. Dabei lag sein Augenmerk vor allem auf vier Punkten: Kirche bleibt in Nordfriesland trotz aller Schwierigkeiten in der Fläche präsent, kirchliche Gebäude bieten Möglichkeiten und sind Herausforderung zugleich, die Finanzen sind ein kritischer Faktor und Kreativität und kluge Ideen sind nötig, auch wenn es zum Teil noch nicht den passenden rechtlichen Rahmen gibt. „Wir brauchen Phantasie und Energie, um in dieser Situation gemeinsam einen guten Weg in die Zukunft zu finden“, erklärt Propst Mathias Lenz.

Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die Zusammenarbeit der Gemeinden in Regionen. Die 57 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Nordfriesland sind seit September 2020 in neun Regionen aufgeteilt. Nun heißt es, die Regionen mit Leben zu füllen, damit die dort zusammengefassten Kirchengemeinden gemeinsam die anstehenden Herausforderungen angehen können. „Nur ein Bekenntnis zu Gemeinschaft und Zusammenhalt wird uns stark machen“, schließt Propst Mathias seinen Bericht an die Synode.

Unterschiedliche Geschwindigkeiten, unterschiedliche Herausforderungen

Im Anschluss an den Bericht entspann sich eine lebhafte Diskussion zu den unterschiedlichen Voraussetzungen und anstehenden Herausforderungen in den Kirchengemeinden und Regionen. Hingewiesen wurde dabei auf die besondere Belastung der Ehrenamtlichen in Kirchengemeinden, die teilweise seit Jahren ohne Pastorin oder Pastoren arbeiten müssen. Hier müsse darauf geachtet werden, dass es nicht zur Überforderung der ehrenamtlich arbeitenden Personen kommt. Allerdings spüren auch die Pastorinnen und Pastoren die steigende Arbeitslast deutlich.

Unterschiedlich ist auch der Veränderungsdruck in den Kirchengemeinden. Während in einigen Gemeinden die Situation zum Beispiel aufgrund von Belastungen durch die Gebäude schon angespannter ist, sind andere Gemeinden durch hohe Rücklagen, Fördervereine oder Stiftungen noch gut abgesichert. Alle einen jedoch die Auswirkungen des gravierenden Rückgangs der Kirchenmitglieder sowohl in der Landeskirche als auch im Kirchenkreis Nordfriesland. „Gerade in dieser Zeit müssen wir als Kirche aber nicht vor Angst erstarren, sondern neue Formen und Möglichkeiten finden für unsere Kirche finden. Deshalb begrüßen wir als Synode den Transformationsprozess ausdrücklich und danken Propst Mathias Lenz für sein Engagement“, erklärt Prof. Dr. Stefan Krüger, Präses der Synode des Kirchenkreises Nordfriesland.

Genauer Blick auf das Ehrenamt

Besonders in den Blick nahm die Synode an diesem Wochenende auch die Aufgaben von Ehrenamtlichen. Der Politikwissenschaftler Paul Steffen gab einen informativen Überblick über die Bedeutung des Ehrenamtes in Deutschland und in der Nordkirche. Überraschend war die Erkenntnis, dass sich Menschen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren fast gleich häufig im Ehrenamt engagieren, im Schnitt ein Drittel, und zwar beständig und intensiv, also über viele Jahre im Schnitt 5 Stunden die Woche.

Zwar sei die Zahl der Ehrenamtlichen in ganz Deutschland, auch in der Landeskirche, seit der Corona-Pandemie gesunken, aber gerade in den vergangenen Monaten würde ein Umdenken einsetzen. Neuste Zahlen würden belegen, dass mittlerweile über 40 Prozent der zurzeit nicht engagierten Personen sich vorstellen könnten, ein Ehrenamt zu übernehmen. Nur wie gewinnt man sie? Laut des Politikwissenschaftlers Paul Steffen seien dafür fünf Faktoren wichtig: gute Rahmenbedingungen, Anerkennung durch eine angemessene Aufwandsentschädigung und Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Zudem müsse die Aufgabe als Sinn stiftend empfunden und mit Aktion und einem Gruppenerleben verbunden sein. All dies werde für mehr und mehr Menschen in unruhigen Zeiten wieder wichtiger.

Wichtige Themen für die Zukunft

Transformationen und Ehrenamt – wichtige Themen also, die die Zukunft unseres Kirchenkreises maßgeblich beeinflussen und die Synode vermutlich auch in den kommenden Jahren noch beschäftigen werden. „Die Synode macht deutlich, die Zukunft der Kirche in Nordfriesland wird im gemeinsamen Handeln entschieden. Mit Mut, klaren Prioritäten und einer starken Kultur des Miteinanders sollen die anstehenden Veränderungen aktiv gestaltet werden“, so Synodenpräses Prof. Dr. Stefan Krüger abschließend.