Volker Schümann: „Die Diakonischen Werke und ihre Mitarbeitenden liegen mir einfach am Herzen“.

Am Freitag, den 25.04.2025, verabschiedeten sich der Kirchenkreis Nordfriesland und das Diakonische Werk Südtondern in einem feierlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang von Volker Schümann. Der ehemalige Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Husum hatte die Leitung des Diakonischen Werkes Südtondern im August vergangenen Jahres übernommen. Vorher war Volker Schümann schon als Prokurist in Niebüll tätig und hatte 2012 schon einmal für anderhalb Jahre die Geschäfte des Diakonischen Werkes Südtondern geführt. „Die Diakonischen Werke in Nordfriesland und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen mir am Herzen. Sie leisten eine wichtige Arbeit und dabei verdienen sie jede Unterstützung“, erklärt Volker Schümann sein Engagement. 

Großer Dank vom gesamten Kirchenkreis Nordfriesland

Inken Wöhlbrand, Pröpstin des Kirchenkreises Nordfriesland, dankte Volker Schümann ausführlich für sein Engagement, seine Kraft und seine Klugheit, mit der er beide Werke, davon 32 Jahre lang das Diakonische Werk Husum, geleitet und geformt hat. Vor allem nach den Krisen im vergangenen Jahr sei niemand geeigneter gewesen, als Volker Schümann, das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen. „Sie haben vom ersten Tag an einen anderen Ton in die Räume des Diakonischen Werkes Südtondern getragen; Sie haben die Menschen, die hier arbeiten, wieder zusammengeführt; Sie haben neue Menschen in Leitungsverantwortung gebracht und dafür gesorgt, dass das DW seinen Aufgaben, für die es eigentlich da ist, wieder nachkommen konnte“, hob sie in ihrer Predigt hervor. Dafür seien ihm alle zu großem Dank verpflichtet, der Aufsichtsrat und die Mitarbeitenden, aber auch der ganze Kirchenkreis und alle Menschen in Nordfriesland, die auf den verlässlichen und ehrlichen Dienst des Diakonischen Werkes angewiesen seien. 

„Ich habe immer tolle Menschen an meiner Seite gehabt“. 

Für Volker Schümann selbst war es eine Selbstverständlichkeit, in den Zeiten der Not zur Stelle zu sein. „Meine Arbeit hat mir immer Spaß gemacht. Ich hatte tolle Menschen an meiner Seite und als Team haben wir in den vergangenen Jahrzehnten die Diakonische Arbeit in Nordfriesland mehr und mehr ausbauen können. Ohne ein solches Team schaffen sie so etwas auch nicht“, erklärt Volker Schümann. Was er und sein Team in über 30 Jahren auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend. Begonnen hatte alles mit einer Abteilung für Kinder- und Familienhilfe in Husum mit rund 30 Mitarbeitenden. Volker Schümann wurde ihr Leiter und vergrößerte seitdem kontinuierlich das Angebot und die Mitarbeiterschaft im gesamten Kreis Nordfriesland. „Mein Antrieb war es immer, Probleme im gesellschaftlichen und politischen Kontext gemeinsam mit allen Betroffenen zu lösen“, so Volker Schümann weiter. Bestes Beispiel ist die Flüchtlingshilfe, die er nach 2015 in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Nordfriesland aufgebaut hat. 

Laudation für enge Mitarbeiterin als letzte Amtshandlung

Nach über 30 Jahren Diakonisches Werk Husum und weitere Monate im Diakonischen Werk Südtondern hieß es aber nun am vergangenen Freitag endgültig Abschied nehmen. Und obwohl alle Augen auf ihn gerichtet waren, ließ Volker Schümann es sich nicht nehmen, noch die Laudatio auf seine langjährige Assistentin Maike Perry zu halten, der überraschend für ihr Verdienste im Abschiedsgottesdienst das Kronenkreuz in Gold des Landesverbandes der Diakonie Schleswig-Holstein verliehen wurde. Ein weiterer Beweis dafür, wie sehr ihm die Mitarbeitenden immer am Herzen gelegen haben. Der Gottesdienst endete mit einem warmen Empfang und vielen Geschenken und natürlich allerhand Grußworten für Volker Schümann. So bedankte sich Andreas Deidert, Bürgermeister von Leck und derzeit amtierender Direktor des Amtes Südtondern sehr herzlich für die geleistete Arbeit von Volker Schümann und betont die Wichtigkeit der Arbeit des Diakonischen Werkes Südtondern. Und auch Daniel Thomsen, Leiter des Fachbereiches Jugend, Familie und Bildung, richtete Gruß- und Dankesworte an Volker Schümann. 

Zukunft der Diakonie in Nordfriesland gesichert

Die Geschicke in den beiden Diakonischen Werke liegen bereits in neuen Händen. Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Husum ist seit Oktober 2024 Jens Grehm, Saskia Louwers hat am 1. April die Geschäfte des DW Südtondern übernommen. Beide Werke arbeiten derzeit an einer Zusammenführung. Im Diakonischen Werk Südtondern arbeiten zurzeit rund 130, im Diakonischen Werk Husum rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Werke unterhalten jeweils Einrichtungen in Husum, Bredstedt, Tönning, Niebüll und Leck sowie auf Amrum, Föhr, Sylt und vielen anderen Orten und bieten dort in Kooperation mit dem Kreis Nordfriesland und den Ämtern und Kommunen unter anderem sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe, Suchtberatung, Präventionsarbeit, Familien- und Lebensberatung, Migrationsberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Gewaltprävention an. Alleiniger Gesellschafter beider Werke ist der Kirchenkreis Nordfriesland. 

Das Evangelische Kinder- und Jugendbüro mit der bekannten Hamburger Drag Queen Veuve Noire auf dem Kirchentag in Hannover. 

Das Evangelische Kinder- und Jugendbüro des Kirchenkreises Nordfriesland bietet am 1. Mai auf dem Kirchentag in Hannover im Zentrum für junge Menschen zwei Veranstaltungen mit der bekannten Hamburger Dragqueen Veuve Noire an. Unter der Überschrift „Eine Dragqueen erzählt aus ihrem Leben“ berichtet Veuve Noire von 11 Uhr bis 13 Uhr dem Publikum von ihrem nicht immer einfachen Lebensweg. Mittlerweile schafft sie es sogar, die Höhen und Tiefen Ihres Lebens mit einem Schuss Comedy zu würzen.

Für eine bunte Gesellschaft und Kirche

Am Nachmittag von 17:30 Uhr bis 19 Uhr wirbt Veuve Noire dann im gleichen Pavillon gemeinsam mit der Pädagogin des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros, Anna Ihme, Leon Dietrich (er/he, Landeskoordinator LSBTIQ der Polizei Niedersachsen und Beauftragter der Charta der Vielfalt für die PD Hannover und Jorge Sendler, Theologie-Student und Kirchenmusiker, in einer Podiumsdiskussion „mutig und stark für eine bunte Gesellschaft und Kirche“ „Wir arbeiten schon seit langem mit Veuve Noire zusammen und haben ihr viele großartige Auftritte in unserem Kirchenkreis zu verdanken. Ihr Mut und ihre Kraft sind ein Vorbild für viele unserer Jugendlichen“, so Anna Ihme von Evangelischen Kinder- und Jugendbüro. 

Veuve Noire ist offizielle Botschafterin der Olivia Jones Familie

Die Dragqueen Veuve Noire ist die offizielle Botschafterin der Olivia Jones Familie, gegründet 2018 von Deutschlands bekanntester Dragqueen Olivia Jones, und »Aushängeschild« der Initiative »Olivia macht Schule«. Für das ungewöhnliche Bildungsprojekt gibt Veuve Noire bundesweit an Schulen und KiTas und auch kirchlichen Einrichtungen Nachhilfe in Sachen Toleranz, Vielfalt und Respekt. Ihre Veranstaltungen haben vor allem wegen ihres Comedy-Talentes enormen Zulauf. Geschult worden ist sie dafür auf der renommierten „Hamburger 

Ein Film gegen das Vergessen

Die Kirchengemeinde Husum, der Kirchenkreis Nordfriesland und die Diakonischen Werke in Husum und Südtondern zeigen „Die Kinder aus Korntal“, preisgekrönter Dokumentarfilm über den Missbrauch im Kinderheim Korntal. 

Die Kirchengemeinde Husum, der Kirchenkreis Nordfriesland und die Diakonischen Werke in Husum und Südtondern zeigen am Freitag, 09.05. ab 19:00 Uhr im Kinocenter Husum den Dokumentarfilm „Die Kinder aus Korntal“ über den sexuellen Missbrauch in einem Kinderheim der evangelischen Brüdergemeinde Korntal. Die Veranstaltung beginnt mit einer Einführung von Pastor Friedemann Magaard und Detlev Zander, Sprecher der Gruppe der betroffenen Personen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der EKD. Detlev Zander hat seine Kindheit im Kinderheim in baden-württembergischen Korntal verbracht und 2013 den dort erlebten systematischen Missbrauch öffentlich gemacht. Seitdem kämpft er dafür, betroffenen Menschen von sexualisierter Gewalt eine Stimme zu geben und die Taten sichtbar zu machen. In dem Dokumentarfilm der Regisseurin Julia Charakter erzählt er als einer von sechs betroffenen Personen seine Geschichte und ist seit dem Kinostart im September 2024 auch immer wieder bei Aufführungen und Podiumsdiskussionen dabei. 

Zuschauer werden nicht alleine gelassen

Im Mai folgt er nun der Einladung von Pastor Friedemann Magaard nach Husum. „Detlev Zanders Mut und Entschlossenheit ist es zu verdanken, dass das Leid der Betroffenen sichtbar wurde und wir uns in der Evangelischen Kirche nun schonungslos dem stellen, was in unseren Einrichtungen geschehen ist. Das ist schwierig und schmerzhaft, aber unausweichlich“, erklärt Pastor Friedemann Magaard. Die Zuschauerinnen und Zuschauer möchten er und Detlev Zander mit dem Gesehen aber nicht alleine lassen. So werden vor, während und nach dem Film Tische an den Ecken des Raumes stehen, an denen ausgebildetes Fachpersonal Auskunft über Hilfsangebote geben kann. 

Podiumsgespräch im Anschluss an die Filmvorführung

Nach dem Film laden Pastor Friedemann Magaard und Detlev Zander zudem gemeinsam mit Pastorin Katrin Hansen, der Meldebeauftragten des Kirchenkreises Nordfriesland und ihrem Kollegen Oliver Nitsch, Präventionsbeauftragter des Kirchenkreises, zu einem Podiumsgespräch ein. „Spätestens seit der Veröffentlichung der ForuM-Studie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und anderer Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland wissen wir, dass „Die Kinder aus Korntal“ keine Einzelschicksale sind. Gewalt und Missbrauch gegenüber Schutzbefohlen hat und kann noch immer überall stattfinden. In unserer Gemeinde und in unserem Kirchenkreis sind wir uns dessen bewusst und stehen zu unserer Verantwortung“, beschreibt Pastor Friedemann Magaard Anlass und Ziel der Diskussion. Anschließend wird es Gelegenheit zu Beiträgen und Fragen aus dem Publikum geben. Die Veranstaltung endet gegen 22 Uhr. 

Dialograum in Husum: Zuhören bedeutet auch aushalten.  

Der Kirchenkreis Nordfriesland und die Kirchengemeinde Husum eröffneten im Gemeindehaus der Marienkirche in Husum zum zweiten Mal einen „Dialograum“, diesmal zu einem kontroversen und sehr emotionalen Thema: Corona. Karsten Wolff, Referent für Ökumene im Kirchenkreis Nordfriesland, und Pastor Friedemann Magaard wagten einen oflfenen Blick zurück auf eine Zeit, die tief in das öffentliche, aber vor allem in unser privates Leben gewirkt hat. 

Mit den Folgen haben viele zu kämpfen

Das machten gleich zu Beginn die Intensivmedizinerin und Chefärztin des Klinikums Husum, Andrea Magaard, und Ralf Kukowski, Lehrer an der Hermann Tast Schule in Husum deutlich. Für beide war die Pandemie nicht nur eine der arbeitsreichsten, sondern auch folgenreichsten Zeiten ihres berufichen Lebens. „Mit den Folgen haben unsere Schülerinnen und Schüler immer noch zu kämpfen“, berichtete Ralf Kukowski. Andrea Magaard sprach von einem tiefen Schmerz, wenn sie an die Menschen denkt, die ohne ihre Angehörigen sterben mussten. Ein Schmerz, den sie immer noch in sich tragen würde. 

Jede Meinung zählt

Nach den kurzen Impulsen der Expertin und des Experten kamen die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Wort. Mit zum Teil bewegenden, aber auch wütenden Beiträgen. Alle diese Gefühle und Stimmungen zu hören und auszuhalten war nicht einfach, aber genau darum ging es den Organisatoren. „Eine kontroverse Debatte ist nicht leicht. Darum wollten wir einen Raum schaffen, in dem alle zu Wort kommen, sich zu Wort kommen lassen und jede Meinung zählt. Denn nur wenn wir uns gegenseitig zuhören und aushalten, kann Verstehen beginnen“, erklärt Pastor Friedemann Magaard das Konzept.

Dialogräume sollen Demokratie stark machen

Der Abend war der zweite in der Reihe „Dialogräume“, die im Januar mit dem Thema „Migration“ begonnen hat. Ziel der Reihe ist es, gerade in diesen Zeiten unterschiedliche Menschen und Gruppen mit teils kontroversen Haltungen zu Gesprächen zusammenzubringen. „Um unsere Demokratie stark zu machen,müssen wir andere Meinungen aushalten und gelten lassen, auch oder vielleicht sogar gerade, wenn es schwer fällt“, so Karsten Wolff, Referent für Ökumene im Kirchenkreis Nordfriesland. Ein nächster Dialograum ist schon in Planung. Die Veranstaltungsreihe „Dialogräume“ reiht sich ein in die Initiative „#VerständigungsOrte“ der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und der Diakonie Deutschland, in der Kirche und Diakonie ihre Türen für gesellschaftliche Dialoge aufmachen, um Menschen mit unterschiedlichen Ansichten aus ihren Filterblasen herauszulösen und zusammenkommen zu lassen. 

Zwei Inseln – zwei Pastores – zwei Wege

Pastor Ingo Pohl verabschiedet sich aus der Gemeinde Morsum auf Sylt, Pastorin Catherine Heckert nimmt Ihren Dienst auf Pellworm auf. 

Fast zehn Jahre war Ingo Pohl Pastor auf Sylt, zunächst in Keitum, dann in Morsum. „Zeit für mich weiterzuziehen. Die Kirche Jesu Christi ist eine Bewegung, das bedeutet für mich, selbst in Bewegung, im Aufbruch zu bleiben“, erklärt Pastor Ingo Pohl seinen Entschluss, dem Ruf des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf zu folgen und seinen Dienst in der Gemeinde Wilster anzutreten. Seine Zeit auf der Insel habe er genossen, vor allem den Himmel und das stetig wechselnde Licht. „Allerdings haben sich die Gäste auf Sylt in den vergangenen Jahren sehr verändert“, so Pastor Ingo Pohl weiter. Teilweise sei es unfreundlicher geworden, habe die Kirche mehr und mehr als Dienstleister für besondere Anlässe wahrgenommen, teilweise aber auch offener für die Botschaft der Kirche: „Touristen kommen zu uns mit Zeit und einer gewissen Offenheit, die können und die sollten wir nutzen, aber Sylt hat eben auch ein besonderes Reizklima entwickelt“. 

Die Gemeinde Morsum verlässt Ingo Pohl gut aufgestellt. 

Seine Gemeinde Morsum habe er für den Abschied gut aufgestellt. „Morsum ist eine sehr lebendige Gemeinde, der Kirchengemeinderat kann sich selbst verwalten und ein Liturgiekreis bereitet regelmäßig eigene Gottesdienste vor“, erzählt er weiter. Zudem müssten auch die Gemeinden auf Sylt wie überall lernen, von der Pastoren-zentrierten Kirche abzugehen. „Wir müssen das Priestertum der Gläubigen ernster nehmen. Gemeinden können durchaus aus sich selbst heraus bestehen“, ist sich Pastor Ingo Pohl sicher. Mit etwas mehr Sorge betrachtet er seine Stelle als Notfallseelsorger, die dann auf der Insel nicht mehr nachbesetzt wird. Ingo Pohl: „Mir war es immer wichtig, da zu sein, wenn Menschen in Not waren“.  

Warmer Empfang auf Pellworm für die neue Pastorin

Pellworm hat es Pastorin Catherine Heckert und ihrem Mann Markus von Beginn an leicht gemacht, sich wohlzufühlen. „So viel Gastfreundschaft ist uns selten begegnet“, erzählt Catherine Heckert nach ihrer ersten Woche auf der Insel. Alle Nachbarn hätten mit angepackt, als sie aus dem fernen Thüringer Wald ans Meer gezogen seien und das Umzugsteam mit Mahlzeiten versorgt. „Das war überwältigend“, so Pastorin Catherine Heckert weiter. Sie und ihr Mann hatten die deutschlandweite Anzeige für die Pfarrstelle auf Pellworm genau zum richtigen Zeitpunkt gesehen. „Ich habe auf meiner alten Stelle in Thüringen zwei Pfarrstellen auf einmal betreut und wollte mich einfach mal wieder auf einen Punkt konzentrieren können. Zudem war mein Mann, ebenfalls Pastor, in den Ruhestand gegangene und alle vier Kinder waren aus dem Haus. „Wir waren einfach reif für die Insel“, lacht Pastorin Catherine Heckert. 

Lebendige Gemeinde auf Pellworm

Auf Pellworm traf die Pastorin auf eine sehr lebendige und liebevoll geführte Kirche: „Hier sind eine Menge toller Projekte angeschoben worden und alle Gemeindemitglieder scheinen sehr engagiert, mehr kann man sich auf einer neuen Pfarrstelle nicht wünsche“. Nun ist sie gespannt, wenn die Urlaubssaison beginnt und Touristinnen und Touristen auf die Insel kommen. „Urlauberkirche zu gestalten, ist eine Herausforderung für mich. Ich freue mich drauf“, sagt Pastorin Catherine Heckert. 

Besuch von Freunden: Der Kirchenkreis begrüßt Gäste aus Brasilien 

Im Rahmen seiner Brasilienpartnerschaft begrüßte der Kirchenkreis Nordfriesland Ende März Gäste aus dem Süden Brasiliens. Pastor Synodal Alan Schulz, seine Ehefrau Luciane Schneider Schulz und Pastor Sigfrid Baade waren der Einladung des Brasilienkreises, des Ökumenebeauftragten Karsten Wolff und der Pröpstin Inken Wöhlbrand gefolgt. „Die ersten Bande zu der Sinodo Vale de Itajai, dem Pendent zu den Kirchenkreisen der Nordkirche, sind schon vor über 20 Jahren geknüpft worden, mittlerweile ist die Partnerschaft eine feste Institution in der ökumenischen Arbeit unseres Kirchenkreises“, berichtet Karsten Wolff, Referent für Ökumene, der gemeinsam mit dem Brasilienkreis das Besuchsprogramm ausgearbeitet hat.

Nordfriesland zeigte sich von seiner schönsten Seite

Eine knappe Woche verbrachte die kleine Reisegruppe im nördlichsten Zipfel Deutschlands, nahm an Gottesdiensten teil, genoss lange Spaziergänge am Deich, lauschte einer Stadtführung über „Jüdisches Leben in Friedrichstadt“ und bestaunte das große bauliche Projekt der Sanierung der Eiderstedter Kirchen. Dabei zeigte sich Nordfriesland von seiner schönsten Seite und bescherte den Gästen fast durchgängig herrliches Frühlingswetter. Im Mittelpunkt des Besuches stand aber die Frage nach weiteren Perspektiven der Partnerschaft. „Das Ziel eines interkulturellen Austausches ist es immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen“, erklärt Pröpstin Inken Wöhlbrand. 

Partnerschaftsvereinbarung seit 2017

So gibt es seit 2017 zwischen dem brasilianischen und dem nordfriesischen Kirchenkreis eine feste Partnerschaftsvereinbarung. Hierin werden unter anderem die Vorbereitung und Durchführung wechselseitiger Besuche und ein jährlicher Partnerschaftsgottesdienst auf zwei Kontinenten zu einem Thema geregelt. In ganz Brasilien leben etwa 800.000 lutherische Christen. Sie stammen von Auswanderern aus ganz Deutschland ab, die im 19. Jahrhundert dorthin migrierten. Viele Namen und Traditionen erinnern bis heute an diese Geschichte. Die deutsche Sprache hat sich, obwohl sie während des Zweiten Weltkrieges verboten war, ziemlich gut erhalten. Besonders Ältere sprechen noch recht gut Deutsch.

Foto: Der Brasilienkreis und seine Besucher. Hintere Reihe von links nach rechts: Karl-Ludwig Albrecht, Frauke Hahn, Alan Schulz, Inken Wöhlbrand, Hannes Hahn, Karsten Wolff, Vordere Reihe von links nach rechts: Luciane Schneider Schulz, Sigfrid Baade, Karin Albrecht.